Viele Schauspieler hat es nach einer gut laufenden Karriere irgendwann auf den Regiestuhl verschlagen, manche versuchen gar beides unter einen Hut zu bringen. So auch Miles Doleac. Für seine zweite Regiearbeit schrieb er das Drehbuch, übernahm eine der wesentlichen Rollen, fungierte als Produzent und spielt bei einigen Stücken Tamburin. Vielleicht etwas zuviel für einen Streifen, der mehr auf Figurenentwicklung denn Crime setzt.
In Cranford, einer kleinen Provinz in Mississippi kommt es zu einem Dreifachmord, bei dem die Tochter eines Senators zu den Opfern zählt. Die FBI-Agenten Vaughn (James Callis) und seine Partnerin Sarah (Christiane Seidel) nehmen ihre Ermittlungen auf und stoßen neben dem dubiosen Deputy Ray (Doleac) auf den einflussreichen Big John (William Forsythe), der etwas dagegen hat, dass sein Enkel ins Zentrum der Untersuchungen gerät…
Bereits in der ersten Szene etabliert Doleac seinen Bad Cop, der sich im Auto von der Dorfnutte, dem späteren Opfer oral bedienen lässt, während er bei heruntergekurbeltem Fenster Drogengeschäfte abwickelt. Kurz darauf schickt er das junge Paar, welches sich nach einem Hotel erkundigt, in die titelgebende Lichtung, in der ihr Schicksal besiegelt wird.
Deputy Ray ist jedoch nicht der einzige, der ein paar enorme Probleme mit sich herumschleppt.
Dominieren anfangs noch die Ermittlungsarbeiten, entwickelt sich die Geschichte zu einer Charakterstudie über menschliche Abgründe, nicht verarbeitete Traumas und familiäre Problemen, die zuweilen etwas zu lethargisch präsentiert werden. Phasenweise überzeugt zwar die leicht fiebrige Südstaatenatmosphäre, doch will die Geschichte es zu vielen Figuren Recht machen, woraufhin einige Aspekte zu oberflächlich dargestellt werden. Was zwischen dem FBI-Mann und seiner Kollegin lief, lässt sich nur vermuten, ebenso, was es mit den perfiden Neigungen eines Schuldirektors auf sich hat. Elemente wie strenge Religiosität und die strikte Ablehnung von Alkohol könnten demgegenüber beinahe als satirische Spitzen angesehen werden.
Auf darstellerischer Seite hat sich Regisseur Doleac natürlich einen Gefallen getan, indem er die dankbare Rolle des fiesen Deputys zu jeder Zeit überzeugend verkörpert und auch Größen wie Forsythe locker an die Wand spielt. Der Rest agiert auf brauchbarem Niveau und auch die Synchro ist einigermaßen solide.
Wer bei alledem einen Krimi mit Whodunit und spannenden Enthüllungen erwartet, dürfte bitter enttäuscht werden, was die Auflösung des Dreifachmordes in jeder Hinsicht unterstreicht. Tempo und Action sucht man vergebens, markante Schauwerte ebenfalls.
Auf die überaus ruhige Erzählweise sollte man sich einstellen und innerhalb der 128 Minuten mit kleineren Längen rechnen, - also definitiv mit Vorsicht in entsprechender Stimmung zu genießen.
Knapp
5 von 10