Review

Paranormale Begebenheiten sind Bestandteil der vorliegenden Anthologie verschiedener, weitgehend unbekannter Regisseure. Wie immer gibt es bei solchen Sammlungen von Kurzgeschichten Licht und Schatten, doch insgesamt sticht hier kein Beitrag auffallend positiv heraus.

Die erste Episode „U-Turn“ bringt noch einigermaßen Atmosphäre ins Spiel, als ein freundlicher Autofahrer nachts auf dem einsamen Highway eine bleiche, offenbar unter Schock stehende Frau aufgabelt, bis sie zu einem Unfallort gelangen. Die Pointe geht in Ordnung, ein passabler Einstieg.

Danach geht es in ein verwaistes Sanatorium, in dem einst schlimme Experimente an den Patienten verübt wurden. Ein Filmregisseur wird von einer jungen Frau durch die Räumlichkeiten geführt, bis Übersinnliches zutage tritt. Die Lokalität schürt kaum Atmosphäre, das Grundgerüst ist schon zigfach verwendet worden und folgerichtig fällt die Auflösung banal aus. Schwache Mimen und ebenso schwache Geistereffekte schüren kaum Suspense. Insgesamt dürftig.

„Alone“ handelt von einer psychisch gestörten Frau allein zu Haus, welche in regelmäßigen Abständen unerklärliche Geräusche wahrnimmt. Auch hier wird zweitklassig performt, die Pointe ist nichtig, die Story enthält zu wenig Substanz.

„Natal“ handelt von zwei befreundeten Pärchen, die ein Wochenende in einer Waldhütte verbringen, bis eine offenbar frisch traumatisierte Frau merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag legt. Der Titel legt bereits die Pointe nahe, erneut wird unterdurchschnittlich geschauspielert und auch will in der Hüttenumgebung kaum Atmosphäre aufkommen. Einzig eine Handvoll Splattereffekte sind erwähnenswert, da die übrigen Kurzgeschichten fast ohne jegliches Blutvergießen auskommen.

In der Geschichte „Do not disturb“ steht ein Serienkiller in einem Hotelzimmer im Vordergrund. Mehrfach klopft es an seiner Zimmertür, doch niemand ist im Flur zu sehen, bis er im Raum ein Kärtchen mit einer Nachricht vorfindet.
Hier steckt zumindest etwas Fantasie dahinter, einzelne Szenen driften gar ins Surreale ab, was halbwegs gekonnt in Szene gesetzt ist. Die Auflösung stellt zufrieden.

Den Abschluss bildet „Melissa“, welcher gerade einmal zwei Minuten lang ist. Die Titelgebende ruft bei der Polizei an, da sie in ihrem Vorgarten einen vermummten Mann entdeckt hat. Eine kurze und bündige Geschichte mit netter Auflösung, inszenatorisch aufs Wesentliche konzentriert.

Nach 74 Minuten wird bereits der Abspann eingeläutet, doch einen Höhepunkt mit genialer Pointe, hervorzuhebenden Effekten oder tollen Mimen ist insgesamt nicht auszumachen. Zwei Geschichten fallen leicht überdurchschnittlich aus, der Rest langweilt eher, zumal die meisten Auflösungen wenig begeistern, nur selten eine packende Atmosphäre entsteht und die Inszenierungen weitgehend auf C-Niveau angesiedelt sind.
Keine Empfehlung für Freunde von Kurzfilmsammlungen.
3,5 von 10

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