Review

Die folgende Besprechung enthält Spoiler!

Mmh... ja. Ich habe Schrott erwartet und auch Schrott bekommen. Schon der Vorgänger hat mir damals schier die Socken ausgezogen, durch seine (durchaus bemerkenswerte) Einfallslosigkeit, mit der Roland Emmerich alle -aber auch wirklich alle- abgedroschenen Klischees auf die Leinwand klatschte. Daran hat sich auch 20 Jahre später nichts geändert.

Im ersten Drittel muss man sich erst einmal durch einen Wust schmierig-schwülstiger Trash-Dialoge quälen, die schon hart an der Schmerzgrenze kratzen. Das Wiedersehen mit alten Bekannten, wie Jeff Goldblum und Bill Pullmann macht nicht wirklich Freude, da sowohl Story, als auch die ganze Inszenierung derart Banane sind, dass man getrost nebenbei Stricken, oder sich draußen an der Bar gemütlich einen reinsaufen kann, um für das große Finale gewappnet zu sein. Und wow... da kommt in Tat etwas großes auf uns zu - ein großer Haufen Scheiße! Und gerade in dem Moment, wo der Kitsch so richtig klebrig wird, dass man schon vom Zuschauen Karies kriegt, macht Emmerich plötzlich einen harten Schnitt und lässt halb Amerika untergehen - und es sieht so aus, als ob es diesmal kein Entrinnen aus der Katastrophe gibt. Hier gelingen ihm dann auch ein paar eindrucksvolle Bilder der Zerstörung, die in einem anderen Film sicherlich besser aufgehoben wären. Denn was danach folgt, spottet wirklich jeder Beschreibung. Jetzt zieht Emmerich die Actionschraube nämlich mächtig an und geht in Phase 3 über - den ultimativen Bullshit-Overkill!

Jetzt dürfen unsere US-Helden zeigen, was sie in dem Vorgänger "Independence Day" (und aus STAR WARS) gelernt haben. Die Aliens entpuppen sich als dreiste Klone der "Aliens" und man fragt sich, wie diese schwabbeligen Viecher überhaupt zu ihrer enorm eindrucksvollen Technologie gekommen sind. Wie es der Zufall(?) will, erwacht genau in diesem Moment Dr. Brakish Okun (Brent Spiner) wieder aus seinem Koma, um ein weiteres Mal als durchgeknallter Wissenschaftler, mit seiner überdreht-unlustigen Art, abzunerven. Und auch wenn die Welt kurz vor dem Supergau steht - für eine militärische Begrüßungszeremonie ist immer Zeit! Überhaupt nehmen es die Protagonisten erstaunlich locker, dass um sie herum alles zum Teufel geht. Keine Situation scheint so ernst und aussichtslos, dass nicht noch Platz für einen (pseudo-)coolen Spruch ist. Nun ja, wenn man eine Filmkatastrophe wie "Independence Day" überlebt hat, kann einen halt nix mehr schocken. ^^

Das Finale ergeht sich dann in einem hektischen und von Hurra-Patriotismus nur so triefenden CGI-Gewitter, bei dem alles -aber auch wirklich alles- egal ist. Unterstützt werden unsere Helden von einer sprechenden außerirdischen Kugel - so etwas wie der Todesstern im kompakten PKW-Format. Nur, dass dieser Todesstern den Menschen wohlgesonnen ist. Leider hat er den bösen Aliens nicht viel entgegenzusetzen, so bleibt es wieder einmal an der US-Army hängen, den Invasoren kräftig in den Arsch zu treten. Am Ende schafft man es dann irgendwie die Alienkönigin platt zu machen. Und schon ziehen sich die restlichen Aliens mit ihrer Supertechnologie wieder artig ins Weltall zurück. Wow, kann ich da nur sagen! Das war mit Abstand das hanebüchenste Finale, das ich seit langem gesehen habe. Ich meine, da verfügen die schon über die ultimative Superwaffe, mit der sie die Erde im Grunde gleich dreimal zerstören können - und was ist? Sie lassen sich von einem Haufen großkotziger und völlig planlos operierender Amis einsacken.

20 Jahre können einen nicht vorbereiten, auf solch eine schlampig zusammengeschissene Hollywood-Grütze, die mit einer besonders schlecht umgesetzten 3D-Optik für zusätzliche Kopfschmerzen sorgt. Schauspiel und Inszenierung sind derart formelhaft und lausig, dass einem schier die 3D-Brille von der Nase fliegt. So taugt "Independence Day: Wiederkehr" nicht einmal als Trash-Spektakel, empfiehlt sich jedoch als heißer Anwärter für die goldene Himbeere.

2,5/10

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