Review

Es gibt gute Gründe, warum junge Menschen heutzutage kaum noch Hairaten, denn aus dem Kino kennen sie meist nur den großen Weißen. Und Sharknado aus dem Fernsehen.
Regisseur Jaume Collet-Serra („Orphan – Das Waisenkind“) präsentiert uns eindrucksvoll, wie sich Blake Lively einem angeschlagenen Steven Seagull nähert, - eben Mensch gegen Natur.

Nancy (Lively) will an eben jenem mexikanischen Strand surfen, an dem Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter wach werden. Als ihr Board mit einem Hai kollidiert, kann sie sich verletzt auf einen Walkadaver retten, doch der Raubfisch lässt nicht locker…

Lively dürfte nach dem Dreh erst einmal genug von Bikiniauftritten und viel Wasser haben, obgleich ein Großteil der Szenen in Australien und in einem riesigen Pool gedreht wurden.
Erinnerungen an „Open Water“ werden wach, sobald der Belagerungszustand eintritt und der Überlebenskampf in den titelgebenden Untiefen beinahe aussichtslos erscheint.
Das unterbrochene Medizinstudium kommt der Protagonistin allerdings entgegen und bis auf wenige Ausnahmen handelt Nancy durchaus nachvollziehbar, während das überaus gelungene Make-up den allgegenwärtigen Durst visualisiert, der erstaunlicherweise kaum im Vordergrund steht.

Das Kammerspiel auf dem aus dem Wasser ragenden Felsen verlässt sich komplett auf seine Hauptdarstellerin nebst Buddy Seemöwe, die sich mit der darstellerischen Leistung für größere Projekte empfiehlt. Lively zeigt indes vollen Körpereinsatz und es verkommt wahrlich nicht zur Lächerlichkeit, wenn sie ihre Fleischwunde mit Ohrringen zu schließen versucht. Man nimmt ihr die prekäre Grundsituation ab und auch der Hai wurde einigermaßen glaubhaft in Szene gesetzt, obgleich es übertrieben scheint, dass es sich um ein Ungetüm von gefühlten zehn Metern Länge handelt.

Handwerklich ist primär die variable Kamera zu erwähnen, die unter Wasser genauso souverän abliefert, wie aus diversen Vogelperspektiven. Etwas störend wirken indes einige Projektionen von Smartphone und Taucheruhr, zumal die Einblendungen von Flutzeiten und tatsächlich steigendem Wasser rund um den Felsen zu variieren scheinen.
Ferner hält sich der Score über weite Teile zurück, erst im letzten Drittel werden lautere Töne angeschlagen, was zum etwas überladenen Showdown auf einer Boje passt.

Insgesamt wird in den rund 80 Minuten ein ordentliches Spannungsniveau abgeliefert, Lively performt überraschend intensiv, während das grundsolide Handwerk für eine beklemmende Atmosphäre sorgt. Genrefans sollten aufgrund der schon da gewesenen Prämisse kein Hailight erwarten, jedoch passable Unterhaltung außerhalb der Spaßfabriken von Syfy und Asylum.
7 von 10

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