Review

Review zu „The Shallows“ (2016)

„The Shallows“ kann man als einen Hybriden ansehen – Einen Survivalthriller auf „engem Raum“ in Kombination mit einem Hai-Horrorfilm. Damit muss sich „The Shallows“ mit vielen Filmen messen lassen. In diesem Film besucht die junge Nancy einen geheimen Strand, von dem ihr ihre verstorbene Mutter erzählt hat – Beim Surfen kann sie sich noch knapp von einer Hai-Attacke retten und muss nun einen Weg finden zu überleben. Der Kampf ums Überleben vor sonniger Kulisse mit Anleihen aus dem sportlichen Bereich haben wir schon im biografischen „127 Hours“ eindrucksvoll von Danny Boyle gesehen. Hai-Filme hatten mit „Jaws“ von Steven Spielberg seinen einmaligen Höhepunkt – mittlerweile werden Haie nur noch in Trash-Produktionen als CGI-Slasher-Monster eingesetzt. Von daher war für mich die Frage, was mich in „The Shallows“ erwartet. Es gibt einige Punkte, die für mich daher wichtig waren: Die Kreativität der Inszenierung ; die Hauptprotagonistin ; die Darstellung des Hais und die erzeugte Spannung.

Doch vorher gehe ich mal darauf ein, dass der sonnige Strand und das Wasser mit den erzeugten Wellen und seinen Feinheiten extrem toll visuell eingefangen wurde und als Schauplatz des Ganzen ein visuelles Fest ist. Wer den Regisseur Jaume Collet-Serra und seine letzten beiden Filme mit Liam Neeson „Run All Night“ und „Non-Stop“ kennt, weiß, dass er hier auf visuelle Spielereien setzt und ungewöhnliche Wege geht. Dies ist auch hier der Fall, wenn telefonische Unterhaltungen mit dem Smartphone via dem klassischen Whatsapp oder auch Face-Cam direkt eingeblendet werden. Aber wie bereits gesagt, sind die Wasseraufnahmen wirklich eines der „Hailights“ des Films. Rein optisch genauso wie die sehr schön anzusehende Blake Lively, die hier wirklich eine tolle „One-Woman-Show“ abliefert, auch wenn ihr Charakter ein wenig zu gewöhnlich und uninteressant geschrieben ist und außer dem Überlebensinstinkt keine nennenswerte Entwicklung durchmacht. Das hat der damals für den Oscar nominierte James Franco in „127 Hours“ oder auch Matt Damon in „Marsianer“ oder Leonardo DiCaprio in „The Revenant“ wesentlich besser hinbekommen.

In „Jaws“ aus dem Jahre 1975 von Steven Spielberg war die Spannungserzeugung des Horrors durch den Hai noch eher mehr auf Suspense und dem Zusammenspiel zwischen Bildern, Musik und dem Horror im Kopf des Zuschauers als durch die direkte visuelle Darstellung des Hais, der damals als handgemachter Effekt besser gealtert ist als die CGI-Haie aus den heutigen Trashfilmen oder auch ernsten Hai-Slashern wie „Deep Blue Sea“. Der Hai in „The Shallows“ wird auch im Laufe der Handlung vom lautlosen, unsichtbaren „Carcaradon Carcharias“ (wie der Große Weiße Hai auf Latein heißt) zur sichtbaren Bedrohung. Dabei ist zwar bei den Proportionen des Hais ein wenig übertrieben worden, doch das CGI sieht dabei noch so gut aus, dass man hier die Kurve gegenüber den Trash-Haien kriegt. Der Plot selbst geht ums Überleben – da gibt es extrem viele kreative Möglichkeiten im Detail, die so für mich nicht immer vorhersehbar waren und auch nicht zu konstruiert gewirkt haben. Gerade das Prädikat, dass der Film erhält, in dem man sagt, dass sei der „Beste Hai-Film seit Jaws“ muss ja nicht unbedingt was bedeuten. „Jaws“ ist für mich ein definitiver 10er – das Trash-Genre bei mir muss leider ohne Wertung auskommen, würde sich aber in der unteren Hälfte wiederfinden.

„The Shallows“ war für mich ein kurzweiliger, spannender und unterhaltsamer Film, der definitiv aufgrund der limitierten Handlung und seiner Kürze fokussiert bleibt und ein kompaktes Vergnügen für Fans von Haifilmen und Survivalthrillern ist !

„The Shallows“ bekommt von mir 8/10 Punkte

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