Im Subgenre des Haithrillers gab es lange Zeit JAWS und sonst nichts. DEEP BLUE SEA wird zwar bis heute für seine wirklich überraschende Todesszene zitiert und wertgeschätzt, war aber ansonsten eher netter DTV-Trash. THE REEF schuf 2010 mit wenig Aufwand (und wenig Hai) eine recht spannende Atmosphäre, ging aber ansonsten unter.
THE SHALLOWS, Überraschungshit des Jahres 2016, ist kein Meisterwerk, aber der perfekte Sommerhorror und liefert nun endlich mal wieder so richtig ab – und zwar sowohl als Monsterfilm als auch als Survivalthriller. Realismus spielt dabei kaum eine Rolle: THE SHALLOWS folgt eher der „vom-Regen-in-die-Traufe“-Dramaturgie von GRAVITY, ergänzt um einen Teil 127 HOURS (die flashy Smartphone-Visuals, die Do-it-yourself-OP) und am Ende (leider etwas zuviel) SHARKNADO-CGI.
Dass der Film als verdammt spannender Nagelbeißer so gut funktioniert, ist neben der Regie zum großen Teil Blake Lively zu verdanken, die hier nicht nur eine gute Figur macht, sondern auch eine so natürliche und sympathische Ausstrahlung hat, dass man wirklich um ihr Leben fürchtet. Und auch wenn Lively fast den ganzen Film über nur mit einem knappen Bikini bekleidet ist, wirkt sie weniger sexy als vielmehr verletzlich, jeder Tritt ins Korallenriff, jeder Aufprall auf dem Meeresboden und jede Schramme tun weh. Wer hier nicht mitfühlt, ist entweder völlig abgebrüht oder einfach Nichtschwimmer.