Review

Einer der größten Qualitätssprünge 

Ich hätte mein Sparbuch darauf verwettet, dass das Prequel zu "Ouija" gequirlte Grütze wird - der Vorgänger war einfach zu mies, sodass selbst ein verheißungsvoller Regisseur wie Mike Flanagan ("Oculus", "Hush") es schwer haben würde, dass Ruder rumzureißen. Doch er hat es geschafft, was mehr als alles zuvor für seine Qualität sprechen sollte. Riesen Respekt von mir für diese gemeisterte Mammutaufgabe! Vielleicht ist das die Fortsetzung, die den qualitativ größten positiven Sprung macht... aller Zeiten. Mir fällt so spontan keine ähnliche drastische Verbesserung ein. Vielleicht noch "Wrath of Khan" & "Captain America 2". Von Müll zu wunderbar gelungen-gruselig musste jedoch sonst keiner. Als ob man "House of the Devil" mit "The Conjuring" kreuzt. Etwas profitiert "Ouija - Ursprung des Bösen" natürlich von der extrem niedrigen Erwartungshaltung & er ist sicher kein Meisterwerk des bösen Genres - doch dieses Halloween gibt es im Kino kaum eine bessere Einstimmung auf den Abend der Toten.

Die Macher taten gut daran die "2" aus dem Titel zu lassen & während man sich den Vorgänger sparen kann, steht der nun einzig wahre "Ouija" auch ganz für sich alleine genommen hervorragend. Selbst wenn einem dann entgeht, wie geschickt Verbindungen zum blassen Vorgänger geschlagen werden. Für einen Film zum Brettspiel alles ziemlich grandios. Der Stil ist nicht nur wundervoll retro (inklusive Filmrollenwechsel-Löcher!), auch der ruhige, charakterbezogene Aufbau könnte glatt aus einem 70s-Okkult-Grusler sein - für Fans von "Der Exorzist" bis "Amityville" ein köstlicher Happen für zwischendurch. Gerade der Bezug zur heimgesuchten Kleinfamilie fesselt. Dazu gute Darsteller, eine exzellente Regie & eindringliche Musik - viel gibt es hier nicht zu Mäkeln. Vielleicht überschlägt er sich gegen Ende etwas in unnötigem Schi-Schi-Spektakel & die CGI-Effekte kollidieren mit dem Retro-Look, dazu die wenig Neues bietende Grundstory - Horrorfans genießen trotzdem die positive Überraschung! Den ersten Teil gekonnt ignorieren & einfach zu diesem Mini-Knaller übergehen.

Fazit: what a difference ein guter Regisseur can make! Ein wunderbarer Retro-Grusler zu Halloween, der ein tolles Horrorjahr abrundet. Die positive Überraschung 2016!

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