Review

Nach dem sehr schwachen, klischee- und Jump Scare beladenen Vorgänger hatte ich bei Ankündigung dieses Prequels kaum Hoffnung auf etwas, das mehr sein könnte als unterdurchschnittlich. Als der Trailer kam, in dem Doris (Lulu Wilson) Mikey (Parker Mack) erzählt, wie es sich genau anfühlt, zu ersticken, keimte aber doch Hoffnung auf. Und siehe da: das Prequel ist wesentlich gelungener als das Original, und zwar in allen Belangen.

Der Plot: Die alleinerziehende Alice Zander (Elizabeth Reaser) schlägt sich in den 1970er Jahren mehr schlecht als recht als betrügerische Wahrsagerin/Medium durch, um nach dem plötzlichen Unfalltod des Vaters für ihre Töchter Doris (Lulu Wilson) und Lina (Annelise Basso) sorgen zu können. Die Töchter sind bei den Fake-Séancen voll eingespannt und sorgen für die Effekte. Blöd ist nur: Mama ist zu gutherzig und kassiert manches Mal gar nicht ab, sodass den Dreien alsbald eine Zwangsräumung droht. Die Teenagerin Lina stößt eines Abends bei Freunden auf ein Ouija-Brett und findet das Ganze sehr albern. (Ungefähr zu der Zeit, in der der Film spielt, hat Hasbro die Dinger großflächig auf den Markt gebracht.) Mutti hingegen sieht darin eine Chance, das Geschäft noch mal reell anzukurbeln, denn die kleine Doris scheint damit tatsächlich Kontakt zur Geisterwelt aufnehmen zu können, denn sie weiß Dinge, die eigentlich nur der verstorbene Papa hätte wissen können, mit dem sie durch das Brett gesprochen hat. Vermeintlich. Denn, natürlich, es ist nicht der Papa gewesen, der mit ihr in Kontakt getreten ist, sondern etwas Grauenvolles...



Was folgt, ist ein über die weiteste Strecke stilsicherer und gelungener Grusler in der Tonart von Das Omen oder Der Exorzist. Das Unheil wächst bedrohlich, die kleine Lulu Wilson spielt das Ganze recht beeindruckend. Als es dann zum Exzess kommt und man sich im Finale auf ausgetretenen Pfaden bewegt (das Kind wird zum Wand- und Decken-Krabbelviech mit deformiertem Gesicht etc. pp.), wird der bis dahin gute Eindruck abgeschwächt, doch immerhin ist das Ende konsequent, wenn auch leider pseudo-offen für die obligatorische PG-13-Fortsetzung.

Mike Flanagan, der zuletzt auch beim sehr gelungenen Hush (Netflix) am Schneidetisch und auf dem Regiestuhl saß, hat hier alles besser gemacht als beim Vorgängerfilm, doch letztlich überzeugt Ouija: Ursprung des Bösen nicht ganz. Nett gemeinte 6/10.

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