Review

Allein von der Prämisse her hätte der Streifen das Zeug zum Kultfilm bei Trashfreunden gehabt, doch Regisseur Scott Wheeler („Sand Sharks“, „Celebrity Sex Tape“) kommt nicht über viele Klischees und infantile Situationskomik hinaus.

Johnny und Michelle kennen sich seit der Schulzeit und jobben nebenher in einem Donutladen. Über Umwege gelangt eine Chemikalie ins Frittierfett, woraufhin die Donuts lebendig werden und sich über die Einwohner der Kleinstadt hermachen. Johnny, Michelle und ihr Kumpel Howard müssen der aggressiven Backware entgegen treten…

Wheeler scheint deutlich vom „Angriff der Killertomaten“ inspiriert, allerdings auch von den „Gremlins“, denn die Donuts geben sehr ähnliche Geräusche von sich und es gibt eine beinahe 1:1 kopierte Szene mit einer Mikrowelle. Im Grunde sehen die gekringelten Angreifer wie durchschnittliche Süßwaren aus, nur dass sich in der Mitte scharfe Zähne befinden. Sie bewegen sich wahlweise hüpfend oder rollend, zuweilen werden sie von der Crew in die Kulisse geworfen, bei direkten Angriffen saugen sie sich wie Blutegel an ihre Opfer fest.
Leider spritzt nur ein wenig Blut, Gewaltszenen spielen sich im Off ab und somit scheint eine FSK16 fast schon zu hoch angesetzt.

Figurentechnisch bleibt die Konstellation recht überschaubar und in vielen Belangen klischeebehaftet. Johnny wird von der vermeintlichen Freundin nur ausgenutzt und merkt nicht, dass Michelle schon lange ein Auge auf ihn geworfen hat. Howard hängt im Donutladen ab, da er sonst keine Freunde hat, während in einer Parallelhandlung zwei Cops mit einem Kleinganoven beschäftigt sind, der nach Konsum eines Donuts zu einem zombieähnlichen Typen mutiert. Immerhin verschaffen kleine Nebenhandlungsstränge ein wenig Abwechslung, allerdings sind diese oftmals nicht zu Ende gedacht und das Schicksal einiger Figuren bleibt bis zum Schluss nebulös.

So wehrt man sich zwischenzeitlich mit allerlei Küchenutensilien gegen die Angreifer, welche im Verlauf einen Polizeiwagen steuern und die Sirene betätigen, nach einigen nächtlichen Stationen geht es zurück in den Donutladen und wer sich in irgendeiner Form unmoralisch verhält, gehört selbstverständlich zu den potenziellen Opfern.
Das Erzähltempo ist flott, die Animation der Donuts fällt gerade mal zweckdienlich aus, allerdings nerven die letzten Minuten mit unnötigem Teeny-Kitsch, bevor es zur obligatorischen letzten Einstellung geht.

Neben einigen Furzwitzchen mit neongrünen CGI-Schwaden fällt die Chose oftmals albern aus und auch die Konfrontationen mit den Backwaren lassen groteske Momente vermissen, die hier ja geradezu einladend gewesen wären. Die zumeist unbekannten Mimen (bis auf C. Thomas Howell als Cop) machen ihre Sache ordentlich, können jedoch nicht verhindern, dass der Streifen kaum für Nachhaltigkeit sorgt. Relativ kurzweilig ist er, doch der erhoffte Trash-Knaller ist es nicht.
5,5 von 10

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