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Nach „Batman v Superman“ kam im gleichen Jahr der nächste Film des DCEU ins Kino, diesmal nicht inszeniert von Zack Snyder. David Ayer nahm auf dem Regiestuhl Platz und schrieb auch das Drehbuch. Und so ist es nicht verwunderlich, dass „Suicide Squad“ zwar gegen Anfang den einen oder anderen Verweis auf den Vorgängerfilm einarbeitet, aber dennoch einen anderen Stil auffährt als Snyders Einträge im Franchise.

Grundsätzlich keine schlechte Idee, um mit der Filmreihe mehr in die Breite zu gehen und neue Figuren zu etablieren. Leider geht das hier ziemlich schief ob des ungelenken Aufbaus und den wenig sympathischen Charakteren. Denn wenn es das Ziel war, dass man diese mögen soll - nuja, klappt nicht. So ist es egal, was mit ihnen passiert. Ausnahmen bestätigen die Regel, so sticht Margot Robbie als Harley Quinn durchaus raus, ebenso hätte es gerne mehr von Dr. Moone / Enchantress geben dürfen, denn diese ist nicht nur vom Design her gelungen, die Figur hätte gerade in ihrer Funktion für das Szenario mehr Profil vertragen können. Am anderen Ende der Skala lungert dann ein Jared Leto herum, der eine für mich unbrauchbare Inkarnation des Jokers darstellt. Der Rest, darunter bekannte Gesichter wie Will Smith und Viola Davis, wabern irgendwo dazwischen herum. Wirklich Eindruck hinterlässt aber kaum jemand.

Dafür, dass immer wieder darauf gepocht wird, was für böse Buben (und Mädel) das hier sind, machen sie erstaunlich wenig böse Sachen. Außer, dass sie cooler als der Rest sein wollen oder sich mal anknurren. Oh, und ein Handtäschchen klauen. Die pure Bosheit eben. Letztlich sind sie dann doch insgesamt relativ brav, der Film auch recht blutleer und wenig fesselnd.
Das mag auch an der Geschichte liegen. Die nimmt sich zwar erst mal kurz Zeit und stellt die Akteure in kurzen Einspielern vor, aber das reicht nicht, um irgendeine Verbindung zu diesen aufzubauen. Dafür sind es zu viele Individuen, über die man am Ende fast nichts weiß. Die Mission ist im Kern eine ziemlich ausgewalzte Durchschnittsnummer. Irgendwie geht es um die übliche Unterjochung der Welt, Kloppe in einer menschenleeren Stadt, eine seltsame Maschine, der Joker mischt auch noch mit – alles zusammengewürfelt ohne einen richtigen Fluss. Das gilt sowohl für die Kino- als auch für die Extended Version.

Das Selbstmordkommando ist eine öde Angelegenheit geworden. Und das ist bei so einem Figurenensemble auch schon eine Leistung. „Suicide Squad“ dümpelt vor sich hin, angefüllt mit unterm Strich recht unschurkischen Schurken, einem unbrauchbaren Joker, aber immerhin Margot Robbie als Harley. Die geht letztlich in der Masse aber auch unter, in dem zerfahrenen Skript und der spannungsarmen Inszenierung.


„We're bad guys. It's what we do." Äh, was genau?

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