Die Liste von Indianermythen und Legenden ist lang, Filme wie „Wolfen“ oder „Friedhof der Kuscheltiere“ wurden durch sie inspiriert, doch zuweilen wird auch mächtig daneben gegriffen. Autor und Regisseur Russell Friedenberg schien beispielsweise rein gar kein Konzept gehabt zu haben.
Sean Kotz (!) hat mit einem Trauma vom Kriegseinsatz zu kämpfen, da wird er von seinen Kumpels zur Ablenkung auf die Jagd in den Everglades mitgenommen. Als einer von ihnen nahezu unbemerkt verschwindet, macht sich die Legende von den Indianern breit, dass sich diese eines Tages im Schutz des Windes am weißen Mann rächen werden…
…so oder so ähnlich prophezeit das ein alter Indianer, der gleich zu Beginn einige erklärende Worte an den Zuschauer richtet und am Ende für das Schlusswort sorgt. Der Kerl ist beinahe der Höhepunkt des Streifens, welcher auf nahezu allen Ebenen versagt. Die Figurenzeichnungen der blassen Charaktere tendieren gegen Null, Kotz und sein Trauma bringen die Handlung kaum voran, zudem wird die Erzählung mit einigen Zeitsprüngen und Rückblenden holprig vorgetragen.
Das Sumpfgebiet der Everglades schürt derweil kaum Atmosphäre, ebenso wenig die beiden Hütten, in denen die Jäger kurzfristig Unterschlupf finden. Als anfangs noch nicht klar ist, wie sich die Bedrohung manifestieren wird, entsteht zumindest so etwas wie eine latent angespannte Stimmung, doch spätestens, als sich die Angreifer als zombieähnliche Infizierte entpuppen, ist es mit dem Mystischen dahin.
Von einer Jagd in den Everglades kann insofern keine Rede sein, nur als jemand in eine Falle gerät und vor dem herannahenden Angreifer befreit werden muss, kommt erstmals und beinahe einmalig Spannung auf. Denn ansonsten dümpelt das Treiben zäh und langatmig vor sich hin, Action ist fast keine vorhanden, während Wahnvorstellungen und Paranoia eher einschläfernd wirken.
Lediglich zwei Gewalteinlagen in Form eines Kopfschusses und eines Halsbisses sind zu verzeichnen, andere Taten spielen sich gänzlich im Off ab oder Figuren verschwinden einfach spurlos. Es gibt noch einen fliegenden Zombie, um den Titel wenigstens ansatzweise zu rechtfertigen, denn Flüsterstimmen und Windgeräusche könnte man auch anderweitig erklären.
So eiert das Geschehen oftmals auf der Stelle und zwischen Wahnvorstellungen, spirituellen Winden und einer minimalistischen Zombieseuche im abgelegenen Gebiet entsteht ein äußerst magerer Unterhaltungswert, unterstützt von gelangweilt agierenden Mimen und einem fast gar nicht vorhandenen Score. Das Make-up ist noch okay, doch ansonsten stimmt hier wenig bis gar nichts.
2,5 von 10