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Ende der Neunziger galt Regisseur Simon West als Nachwuchstalent im Action-Genre, doch irgendwann blieben gewünschte Erfolge aus, das Budget wurde geringer und erst für „Expendables 2“ stand wieder etwas mehr zur Verfügung. Für das Pendant zu James Bond wurden wiederum kleinere Brötchen gebacken, wobei es West sehr gut gelingt, mit simplen Mitteln ordentliche Action zu inszenieren.

Bei einem Einsatz im Irak soll SBS-Agent Stratton (Dominic Cooper) mit seinem Kollegen Biochemische Waffen sichern, doch eine Truppe unter dem Kommando von Barovsky (Thomas Kretschmann) war schneller und plant nun einen großen Coup. Stratton und der MI6 versuchen das zu verhindern…

Während es bei James Bond einmal um die ganze Welt geht, werden hier zumindest einige Stationen abgeklappert, die ein paar markante Schauwerte ins Spiel bringen. Rom und London liefern prägnante Kulissen, aber auch die Einleitung im Irak als auch ein Zwischenspiel in Usbekistan sind optisch ansprechend in Szene gesetzt. Dagegen kommt die klischeebeladene und weitgehend überraschungsfreie Geschichte kaum mit.

Bis auf einen kurzen, eher ruhigen und leicht emotionalen Einschub erhält der Titelgebende kaum einen Hintergrund, er wirkt latent unnahbar, was auch auf viele Nebenfiguren zutrifft.
Die Story bleibt indes überschaubar, die Guten und die Bösen sind von vornherein klar identifiziert und es sind schließlich die vielen Schauplatzwechsel und einige Actionszenen, die solide bei Laune halten. Von einer Verfolgung auf der Themse über die Identifikation eines Londoner Doppeldeckers, eine Hatz durchs abendliche Rom bis zum Tauchgang ohne Sauerstoff ist der Stoff angenehm schnörkellos inszeniert. Es gibt zwar keine sonderlichen Schauwerte, doch dafür bleibt West eher auf dem Boden, obgleich er einige CGI einsetzt.

Darstellerisch ist ebenfalls kaum etwas auszusetzen, denn Cooper macht sich gut als forscher Agent mit stetem Antrieb, Kretschmann genießt den Bösewicht mit viel Coolness und Derek Jacobi brilliert als alter Sehbär und Mentor. Der Score hätte derweil etwas mehr antreiben dürfen und auch der Showdown schwächelt ein wenig hinsichtlich Spannung und Atmosphäre.

Dennoch, wer nicht viel erwartet und kein Actionfeuerwerk mit teuren Zerstörungsszenen sucht, dürfte passable Kost erhalten. Die simple Story bleibt zwar bis zuletzt arg überschaubar und etwaige Wendungen sind nicht zu erwarten, doch das überwiegend flotte Erzähltempo und die versierte Inszenierung sorgen für Abwechslung, was insgesamt für eine Sichtung ausreicht.
6 von 10

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