Im Kino läuft gerade der neue Slasherfilm "Stab" an, basierend auf jenem Woodboro-Massaker, als es erneut in der verschlafenen Vorstadt zu Morden kommt. Die von einst überlebenden Sidney Prescott und Randy Meeks finden sich nicht nur in einer albernen Studentenverbindung, sondern auch in einer Fortsetzung wieder. Folgerichtig beschäftigt sich dieses Sequel auch vornehmlich mit den Gesetzmäßigkeiten eben solcher Fortsetzungen. Ansonsten bedient sich das Drehbuch ausgiebig an dem großen Vorgänger, es dauert nicht lange und die Ausgangssperre ist verhängt. Die Rollenverteilung ist ähnlich, der Stargast auf der Opferbank ist diesmal Sarah Michelle Gellar ("Buffy"). Etwas schade ist das recht frühe Ausscheiden des genrekundigen Randy, dafür geben der lädierte Ex-Cop Dewey und die Sensationsreporterin Gale Weathers das dynamische Duo ab. Der Mittelteil widmet sich ziemlich ausführlich den emotionalen Dramen, vor allem mal wieder von der Hauptfigur Sidney. Neve Campbell hat ihre Mischung aus Sexappeal und tränengeschwängertem Problemgesicht weiter perfektioniert, dafür bietet "Scream 2" weniger Witz und Esprit, stattdessen allerdings ein paar eingebaute Actionszenen und dazu wird natürlich geschrien, was das Zeug hält. Der Spassfaktor, gerade im Mittelteil, hält sich in Grenzen, der Bodycount steigt dennoch auf solides Mittelmaß. Trotzdem die geäußerten Kommentare ein blutigeres Sequel vorsehen, sieht man von drastischen SFX ab, genau genommen gibt es kaum Nennenswertes zu sehen, meist viel Kunstblut, das die Kulissen volltropft. Zugute halten kann man dem Film dennoch, dass sich der alte Hase Wes Craven technisch und filmisch keine großen Schwächen leistet, allerdings auch wenige Highlights. Ein paar Zitate und Anspielungen lassen ihn nicht an den einzigartigen, selbstironischen "Scream" anschließen und werden wohl eher wohlwollend vom Fachpublikum aufgenommen. Ansonsten gibt sich "Scream 2" wie ein durchschnittlicher Slasher der Neuzeit, der von allem etwas bietet. Kein allzu prickelnder Beitrag, sondern solide Schlitzerunterhaltung, die die Kinokasse klingeln lässt und, wie es die meisten Sequels nun mal tun, vom Original abkupfert. Auch das wieder einmal hanebüchene Finale ist weniger originell als bescheuert, im Gegensatz zum genial konterkarikierenden Schluß des Vorgängers.
Fazit: Mainstreamiger Popcorn-Slasher. Ganz nett, aber kaum noch kultverdächtig. 5/10 Punkten