Mit "Scream - Schrei" kam der Teenieslasher zurück, der in den 80er massenhaft produziert wurde. Der eigentliche Dank dafür sollte nicht an Regisseur Wes Craven (Nightmare - Mörderische Träume, Last House on the Left) gehen, sondern eher an Drehbuchautor Kevin Williamson (Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast, The Faculty), der hiermit sogar sein Debüt gab. "Scream" war bis dato der erfolgreichtse Horrorfilm aller Zeiten und das zu Recht. Es dauerte nur ein knappes Jahr, schon schob Craven eine Fortsetzung hinterher. Mit mehr Budget (24 Millionen Dollar), mehr Blut und derselben Crew braucht sich "Scream 2" absolut nicht zu verstecken. Ein dritter Teil folgte drei Jahre später, Nummer vier ist bereits in Planung.
Zwei Jahre ist das Massaker in Woodsboro jetzt her, Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox) hat ein Buch über die Ereignisse geschrieben, welches nun verfilmt wurde. Doch mit dem Start von "Stab" beginnt eine blutige Mordserie. Erneut hat es ein Killer auf Sydney Prescott (Neve Campbell) abgesehen, die mittlerweile auf dem Campus lebt. Doch nicht nur sie, auch Gale, Dewey (David Arquette) und Randy (Jamie Kennedy) müssen um ihr Leben fürchten.
Craven serviert dem Zuschauer eine ziemlich exakte Kopie des Originals. Doch spannend ist "Scream 2" trotzdem und selbst die Laufzeit von knapp zwei Stunden ist kein Problem. Gleich zu Beginn darf der Mörder wieder zuschlagen, doch statt nur einem Opfer gibt es hier gleich zwei. Überhaupt hat Craven den Bodycount drastisch erhöht. Doch der oder die Täter gehen hier etwas anders vor. Eigentlich nur der Mord an Cici (Sarah Michelle Gellar) kennt man aus dem Erstling. Ansonsten telefoniert der Killer auch mit seinen Opfern, doch er lauert ihnen sogar im Kino, einem öffentlichen Platz oder mitten in der Pampa auf. So geschehen die Morde immer sehr plötzlich, eine atmosphärische Vorbereitung natürlich inklusive. Gemordet wird größtenteils mit dem Messer, aber auch eine Schusswaffe kommt zum Einsatz. Die Morde verlaufen recht blutig, aber nie ausartend, trotz niedrigem Bodycount war das Original ein wenig fieser.
Einige Charaktere, die uns ans Herz gewachsen sind, haben auch hier ihre Auftritte. Sidney ist jetzt auf dem Campus und hat in Hallie (Elise Neal) eine neue beste Freundin gefunden. Dewey taucht auch wieder auf, als er von den Morden hört und Gale fährt die unsympathische Tour weiter, darf sich aber in Dewey verknallen. Den Hauptfiguren lässt Craven viel Platz, um sich zu entwickeln. Desweiteren gefallen die zahlreichen Filmzitate und die Dialoge haben wirklich Pepp. Der Humor kommt nicht zu kurz, trotzdem bleibt "Scream 2" ein kompromissloser Slasher. So gibt es auch diesmal viele Verdächtige, ein munteres Rätselraten kann beginnen. Sehr enttäuschend fällt das Motiv des oder der Killer aus, schon das Original hatte hier eine Schwäche. So legt Williamson sehr geschickt viele falsche Fährten, doch beim Überlegen eines plausiblen Motivs ging Williamson wohl die Puste aus.
Doch "Scream 2" ist nicht nur hochspannend, sondern auch mit glaubwürdigen Darstellern besetzt. Dies ist kein Vergleich zum sonstigen Darstellerniveau eines Slashers, jegliches Teeniegeplänkel kehrt Craven unter den Tisch, so etwas existiert in seinem Horrofilm nicht. Die Charakere sind wesentlich reifer und erfrischend verschieden. So gibt Neve Campbell (Der Hexenclub, Wild Things) wieder in die Rolle der Sydney schlüpfen, nebst bleiben uns David Arquette (President Evil, Arac Attack) als Dewey, Courteney Cox (Das Portrait des Killers, Friends) als Gale Weathers und Jamie Kennedy (Three Kings, Romeo + Julia) als Filmfan Randy erhalten. Sarah Michelle Gellar, Liev Schreiber, Timothy Olyphant, Jerry O´Connell, Omar Epps und Jada Pinkett Smith sind in weiteren Rollen zu sehen.
Hat alles was ein Slasher braucht, nur das Motiv der Killer ist ein wenig absurd. Aber Spannung, Humor, Atmosphäre und tolle Darsteller machen diesen kleinen Fopa locker wett, so ist "Scream 2" fast so gut wie das Original. Knappe 9 Punkte gebe ich dieser gelungenen Fortsetzung.