Die Fortsetzung zu "Scream", die von Williamson und Wes Craven (Nightmare on Elmstreet) schon vor Start des ersten Teils geplant war, ist, trotz originell gemeinter Ansätze und Beschwörungen, weitestgehend eine Enttäuschung.
Die drei Hauptdarsteller Campbell, Cox und Arquette sind ja schon durch Teil 1 bekannt. So auch der Filmfreak Randy. Neben Timothy Olyphant (Go!) und Jada Pinkett-Smith (Matrix Reloaded) spielt hier noch Sarah Michelle Gellar (Eiskalte Engel) eine kurze, aber dennoch gute Rolle. Auch Jerry O'Connell (Sliders) ist in diesem Film zu sehen, auch wenn er ihn ebenfalls nicht überlebt. Die restlichen Darsteller dürften wohl Nebensache sein.
Schon die Eröffnungssequenz im Kino, bei der Will-Smith-Ehefrau Jade Pinkett-Smith dran glauben muss, kommt nicht an das Opening des ersten Teils heran. Die blutige Film-im-Film-Sequenz zeigt Ausschnitte der fiktiven Verfilmung "Stab", die die Ereignisse des ersten Teils wiederspiegelt. In den kurz eingeblendeten Szenen sind Heather Graham (Lost in Space) als Casey Becker und Luke Wilson (Old School) als Billy Loomis zu sehen. Die Story ist nach dem Buch von Sensationsreporterin Gale Weathers (Courteney Cox) verfilmt worden, die Sidney (Neve Campbell) auch weiterhin nicht von der Seite weicht. Die meisten Jagdszenen des Films spielen fast alle am helllichten Tag auf dem Campus, was ihre Wirkung schmälert. Die Auflösung mit Mutter Loomis (Laurie Metcalf) und ihrem angeheuerten Jung-Killer Mickey (Timothy Olyphant) ist komisch gemeint ("Wir haben uns auf einer Internetseite für Psychopathen getroffen"), letztlich aber enttäuschend.
Die bewährte Darstellerriege um Campbell, Arquette und Cox spielt deutlich abgebrühter als im ersten Teil und wirkt längst nicht mehr so charismatisch. Lediglich Sarah Michelle Gellar als über die Balkonbrüstung fliegende Cici und der Filmfreak Jamie Kennedy sind erwähnenswert.
Außer bei der spannenden Szene in einem eingeschlossenen Auto, die Williamson eigentlich für "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" geschrieben hatte und die dort herausgeschnitten wurde, kommen nur selten Angstgefühle auf. Hier und da erweist sich Craven als gewohnt trickreicher Meister des Visuellen. Ansonsten ist der von Fans heftigst umstrittene Film so dröge wie der einfallslose Schlussschwenk am Ende des ersten Teils.
Für mich persönlich bildet "Scream 2" den schwächsten Teil der ganzen Trilogie und verliert seine Spannung bei einem zweiten oder dritten Angucken.