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Ganz in der Tradition von „28 Days Later“ feiert ein weiterer, noch recht jung aussehender Brite sein Regiedebüt. Dan Rickard, der zuvor primär für Effekte tätig war, spendiert sich auch gleich die Hauptrolle in einem Zombiefilm, dem die furchtbare Kameraführung beinahe zum Verhängnis wird.

Dan (Rickard) erwacht am Strand irgendwo in Südengland und leidet unter Gedächtnisverlust.
Bald wird er von einer jungen Frau aufgelesen, die ihn in eine Art Überlebens-WG führt.
Doch die Ruhe ist nur von kurzer Dauer, da nicht nur die Infizierten vorm Haus auftauchen, sondern militärische Einheiten auf der Suche nach einem „Zielobjekt“ sind…

„28 Days Later“ klopft schon aufgrund der ähnlichen Ausgangslage und eines musikalischen Themas an, welches zahlreiche Parallelen zum Original aufweist. Die verwaisten Kulissen sind treffend gestaltet, wie etwa ein leicht verwüsteter Parkplatz vor einem Kaufhaus oder leere Straßen in der Innenstadt. Soweit fällt das Endzeitszenario durchaus glaubhaft aus.

Weniger sinnvoll erscheint das Verhalten der Mittzwanziger, die außer Bier trinken, Musik hören oder „Die Schatzinsel“ lesen nichts weiter unternehmen, kaum etwas hinterfragen und letztlich aufbrechen, als bereits alle Nahrungsmittel aufgebraucht sind. So kommt erst ein wenig Spannung auf, als die Gruppe nach draußen geht, von Infizierten angegriffen wird und den Schüssen der Soldaten auszuweichen versucht.

Hier offenbart sich rasch das größte Manko des Streifens: Die Kamera. Sobald ein wenig Bewegung ins Spiel kommt, wird schlimmer gewackelt als bei jeder Handkamera im Sprint. Teilweise ist aufgrund der Hektik kaum etwas deutlich zu erkennen, der Fokus verschwimmt phasenweise, woraufhin die Action alles andere als Freude bereitet.

Die wenigen Gewalteinlagen rechtfertigen kaum eine FSK18, obgleich einige Male blutig geschlitzt wird und eine Bisswunde, als auch einige Kopfschüsse auszumachen sind. Die Qualität der CGI geht in Ordnung, soweit das im unübersichtlichen Handgemenge zu erkennen ist. Demgegenüber ist die Sounduntermalung sehr ausgewogen und auch der Score liefert passendes und teils atmosphärisches Material.

Zwar leiden die Charaktere unter den schwachen Einführungen in der ersten Viertelstunde, doch Rickard performt in seiner ersten Hauptrolle nicht schlecht, zumal ihm das jugendliche Aussehen hinsichtlich einiger undurchsichtiger Hintergründe zugute kommt. Auch die übrigen Mimen schauspielern passabel, die zahlreichen Statisten in Form flink rennender und stets röhrender Infizierter leisten gute Arbeit und selbst die Synchro ist nicht schlecht.

Dennoch hebt sich der Streifen im Gesamtbild kaum von ähnlich gelagerten Endzeitstreifen ab. Es gibt nur spärliche Hintergrundinformationen und auch gegen Ende ist nicht gewiss, worauf die Pointe eigentlich abzielen wollte. Die Action ist eigentlich sauber choreographiert, sie leidet jedoch unter der furchtbaren Kameraführung, wogegen die passablen Mimen, der treffende Score und die saubere Ausstattung teilweise kaum ankommen.
Ein okayes Debüt, als reine Zombieapokalypse jedoch nur durchschnittlich unterhaltsam und in den meisten Belangen austauschbar.
5 von 10

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