Ja, ähm, natürlich…
...wir fürchten uns vor dem…Bye Bye Man!
Gut, jetzt hab ich es gesagt und auch an ihn gedacht – also kommt er mich wohl holen, denn das ist die Prämisse dieser Variante anderer Varianten von „The Grudge“ oder „It Follows“.
Soll jetzt nicht allzu bösartig klingen, denn die Macher von „The Bye Bye Man“ haben merklich Mühe in ihre Variante investiert, sie nicht allzu müde und gewollt aussehen zu lassen. Aber die Idee ist eben nicht mehr neu – und auch ein paar nette Ideen machen sie nicht neuer.
Man kennt das ja: man öffnet das Siegel, die Flasche, schaut die falsche Videokassette, betritt das verfluchte Haus, hat Vorfahren in einer Ulmenstraße, bremst den Sensenmann aus und schon hat man die Pest am Arsch.
So auch hier und besonders unausweichlich, denn sobald jemand von der Existenz des BBM erfährt und an ihn denkt, taucht er auf und rückt langsam näher. Dann verwirren sich die Sinne, man fühlt sich verfolgt, hat zunehmend Halluzinationen und macht dumme Sachen. Dann stirbt man.
Weil sich besorgte Befallene in gut sortierte Amokläufer verwandelt haben, beim Versuch, den fiesen Möpp mittels aussterbender Popularität zu bannen, funktioniert das Ausschlussprinzip zwischendurch immer ein paar Dekaden ganz gut und dann findet jemand Unbescholtener eine Spur.
So auch hier drei Studis, die sich seltsamerweise kein Wohnheimzimmer leisten können, aber dafür das leerstehende Amokhaus anmieten können und natürlich prompt eine verräterische Kritzelei finden. Damit hat es sich auch schon, denn wenn der Fluch erst mal rollt, dann weiß man meistens schon, dass entweder genau einer oder noch viel wahrscheinlicher gar keiner dieses betreute Vergessen überleben wird.
Das läuft natürlich nach dem Drei-Akt-Prinzip von Zweifeln, panischer Gewissheit und hysterischen Versuchen, die jeweils anderen Parteimitgliedern ruhig zu stellen.
Es erwarte also bitte niemand rasante Innovationen, es sei denn man bewertet (wie der Rezensent) den Kuttentyp mit dem unheimlichen Gesicht und seinen haarlosen Höllenhund als relativ innovativ und dezent unheimlich und die Bemühungen der Filmemacher, den sich langsam nähernden Finsterling (auch hier: klassische Geistergeschichtenmotive) mit verstörenden optischen Fingerzeigen anzudeuten als halbwegs gelungen.
Leider hat Onkel BBM so gar keine Back Story oder dämonische Historie, weswegen man ihn so nehmen muss, wie er ist und weder Motivation noch arbeitswerter Vorteil erkennbar sind. Der Typ ist also einfach finster und tödlich.
Die engagiert zappelnden Twen-Beteiligten bemühen sich redlich, während auch ein paar Nebenfiguren ex gehen, aber schlussendlich läuft auch dieser Fluch dann recht mechanisch und vorhersehbar ab, so dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Zuschauer einfach optisch getäuscht wird und daraus Mehrwert-Nährwert resultiert.
Den Finsteren gibt übrigens Doug Jones, während sonst nur noch erwähnenswert ist, dass man Faye Dunaway zu einem Gastauftritt überreden konnte und Carrie-Anne Moss offenbar die Schecks braucht und deswegen hier die standardisierte Standard-Cop-Rolle übernommen hat.
Ansonsten ist das alle Mittelmaß, dem ich nicht richtig böse sein muss, der aber nicht originell genug ist, um sich in ein Sequel zu retten. Studentenfutter, im wahrsten Wortsinne. (5/10)