Das Pärchen Sasha (Cressida Bonas) und Elliot (Douglas Smith) sowie dessen bester Freund John (Lucien Laviscount) beziehen ein altes Haus, das schon längere Zeit nicht mehr bewohnt war. Doch kaum haben sich die drei Studenten dort eingerichtet, stellen sie nachts merkwürdige Geräusche, zuschlagende Türen und dergleichen fest - kurz zuvor hatte Elliot in einer Nachttisch-Schublade einen Zettel mit den x-fach darauf notierten Worten Sag ihn nicht, denk ihn nicht entdeckt und darunter den titelgebenden Namen Bye Bye Man. Was es damit auf sich hat, versteht keiner, nur die bei der Einweihungsparty anwesende Mitstudentin Kim (Jenna Kanell) spürt mittels ihrer hellseherischen Fähigkeiten ein heraufziehendes Unheil. Zunächst glaubt ihr zwar keiner, aber dann kann sie Elliot doch überzeugen: Ein Geist aus dem Jenseits, der zuletzt vor fast 50 Jahren einen Journalisten in den Wahnsinn trieb ist zurückgekehrt und plagt jeden Menschen, der zufällig seinen Namen ausspricht oder an ihn denkt mit rätselhaften Visionen, bis die- oder derjenige alle Bekannten, denen er davon erzählt hat, umbringt - und zum Schluß sich selbst. Auch Kim sieht plötzlich einen nicht existenten Autounfall an einem Bahnübergang und will helfen, wird jedoch von einem Zug erfasst und ist tot. Somit bleiben Elliot, Sasha und John übrig - oder weiß doch noch jemand anderes von den Vorfällen?
Die US-Produktion The Bye Bye Man baut eine anfangs ordentliche Spukhaus-Atmosphäre um die drei zumindest nicht unsympathischen Studenten auf, vergißt dann aber das Wesentliche (nämlich die Herkunft und das Ziel des Geistes) und kapriziert sich lediglich auf die Auswirkungen von dessen Anwesenheit. Daß man dessen Namen nicht aussprechen sollte, weiß der Zuschauer aber schon nach 15 Minuten, allein das "warum" beschäftigt einen danach noch - doch eine Aufklärung gibt es nicht. Stattdessen kann der Geist Halluzinationen herbeiführen, wie ein nicht-existierendes Verhältnis zwischen Sasha und John, Blutspritzer auf Schuhen, einen Verkehrsunfall den es nie gab und dergleichen mehr - kein Wunder daß die Beteiligten bald völlig durchdrehen. Auch die Vernehmung durch die Polizei bringt nichts - denn schließlich will man ja nichts verraten, um nicht Unbeteiligte unweigerlich mit ins Verderden zu reißen.
Kameratechnisch gibt es nichts auszusetzen: das, was die einzelnen Protagonisten zu sehen glauben, wird für den Zuschauer in wechselnden Perspektiven auch Nicht-Betroffener gezeigt, was durchaus seine Reize hat - allein den Sinn des Ganzen versteht niemand: Woher kommt dieser Geist, warum tut er was er tut und ist er, wie die meisten seines Schlages, auch zu besiegen oder wenigstens wieder in seine "Wunderlampe" zu verbannen? Das Monster selbst, ein kahlköpfiges Gespenst mit langen Fingern, das Riefen im Mauerwerk hinterläßt und dabei entfernt an Freddy Krueger erinnert, tritt nur selten in Erscheinung und wirkt dabei auch nicht sonderlich furchteinfößend; noch weniger Screentime hat der ihn begleitende Köter, eine klar erkennbar am Computer entstandene Kreatur, schlecht getrickst und ohne Haut (wtf?).
So endet dann dieser Streifen, nachdem noch ein paar Außenstehende dran glauben müssen, vorhersehbarerweise in einem wenig spektakulären Finale. Und der verräterische Nachttisch, den Elliot irgendwann aus dem Haus entfernt (aber nicht zerstört) hatte, wird schon bald von jemand völlig Unbeteiligtem entdeckt werden, damit die wirre Story (vielleicht in irgendeinem Sequel) weitergehen kann.
Ach ja.
Mehr als ein paar nette Gruseleffekte kann The Bye Bye Man nicht verbuchen, zu undurchsichtig ist der Plot. Obwohl die Darsteller - bis auf die desinteressiert agierende Freundin Sasha - beherzt spielen (und Hauptdarsteller Douglas Smith sich sogar öfters an der Grenze zum Overacting bewegt) macht der vollkommen fehlende Background der Spukerscheinung den Film zu einer insgesamt faden Angelegenheit: Einmal gesehen und gleich wieder vergessen. 3,6 Punkte.