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Bereits 16 Mal drehte Regisseur Keoni Waxman mit Steven Seagal, - da können die Endergebnisse schon mal durcheinander gebracht werden. Deshalb sollte es zur Abwechslung eine Mixtur aus Heist und Ganovenkrimi werden und doch fühlt sich das wieder so an, wie die B-Klopper zuvor.

Der ehemalige FBI-Agent Decker (Seagal) befindet sich gerade in Paris, als er einer Lady hilft, die gerade von einem Typen drangsaliert wird. Am Ende liegt der Fiesling mit einem Kopfschuss in der Gosse, während seine Freundin Lisa (Jade Ewan) von zwei Millionen im Auto des Getöteten weiß. Decker beschafft das Geld, doch das lockt weitere Kriminelle des Drogenkartells auf den Plan…

Langsam wird es wahrlich austauschbar, was Waxman mit seinem Lieblingsdarsteller produziert. Selbstverständlich verkörpert Seagal erneut den in sich ruhenden Spezialisten, der seine Gegner wahlweise mit einigen Griffen oder direkt mit Kopfschuss niederstreckt. Gedoubelt wurde er dennoch, denn während der Fights ist Seagal meist nur von hinten zu sehen, ein paar Handgriffe bekommt er aber noch hin. Waxman sollte allerdings überlegen, ob er das Ducken im Falle eines Schusswechsels nicht einfach schneller laufen lässt, denn in Echtzeit kommt das wie Zeitlupe rüber.

Action ist hier auch leider nicht das Ding, obgleich die Story verdammt überschaubar bleibt und nicht einmal in Ansätzen versucht, mit doppeltem Boden oder ungeahnten Wendungen zu arbeiten. Die Bösen sind halt böse, Jade Ewan geht immerhin als ordentliches Eye Candy durch und Seagals Decker wirkt ein wenig überheblich, was das Mitfiebern nicht gerade erleichtert. Von Auflockerungen ist der Stoff indes weit entfernt, Waxman versucht es erst gar nicht.

So wird denn ein wenig Stock Footage bemüht, um Paris in Rumänien stattfinden zu lassen, während ein Wagen bei abendlichem Nebel ins Parkhaus fährt, ist es eine Szene weiter im Parkhaus sonnendurchflutet und standesgemäß findet der Showdown mal wieder auf einem verlassenen Industriegelände statt. Der Bodycount ist nicht sonderlich hoch, bis auf Einschüsse und ein Kehlenschnitt gibt es keine nennenswerten Gewalteinlagen und wer bei einer Geldübergabe zwei Taschen dabei hat, mag sich ausmalen, dass nicht alles Gold glänzt. Oder so ähnlich.

Es besteht mittlerweile Verwechslungsgefahr und eventuell sollte Waxman seinen Hauptakteur Seagal mal schlicht in ein neues Licht tauchen. Vielleicht als Koch, Ballett-Tänzer, Tierpfleger im Zoo oder Bademeister. Action bastelt man drum herum und die Story ist eh nahezu immer gleich. Ergo nichts Neues und auch nichts dolles, es mangelt an Spannung, an Dynamik sowieso, der Score ist teilweise recht cool, die rar gesäten Actioneinlagen eher nicht.
4 von 10

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