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Der deutsche Verleih versucht natürlich an die Erfolge von „Wrong Turn“ anzuknüpfen, denn „Downhill“ klingt tatsächlich eher nach Mountainbike und Wanderstiefel. Der chilenische Autor und Regisseur Patricio Valladares bleibt seiner schmuddeligen Linie treu und bastelt einen Genremix zwischen Wald-Survival, Lovecraft-Getier und Cronenberg. Vieles davon kommt einem bekannt vor, doch genauso viel harmoniert nicht miteinander.

Nach dem tödlichen Unfall eines Freundes hat sich Joe von der Rennsportszene verabschiedet, bis ihn Freundin Steph überredet an einem Rennen in Chile teilzunehmen. Während einer Testfahrt durch den Wald trifft das Paar auf einen verletzten und offensichtlich infizierten Mann, kurz darauf stehen sie unter Beschuss…

Nach vergleichsweise kurzer Einleitung, in der unser junges Heldenpaar schon mal auf das Herz der Fieslinge in einer ranzigen Kneipe trifft, geht es relativ flott und teilweise beherzt derb zur Sache, was zumindest einige Unzulänglichkeiten kaschieren kann.
Denn warum sollte man einem fremden Infizierten helfen, der mit Quaddeln übersäht ist und offensichtlich keine 48 Stunden mehr aushalten wird und zudem die Flucht ungemein verzögert? Dennoch bieten die Verfolgungen mit Verstecken und unerwartetem Gegenschlag noch die unterhaltsamsten Szenen mit einigen Spannungsmomenten, wogegen die Parts mit den Parasiten nie so recht greifbar erscheinen.

Offenbar handelt es sich um eine Art Sektenkult, doch genauer wird nichts erklärt. Im Gegenteil, denn im letzten Drittel nehmen die Fragen aufgrund merkwürdiger Begebenheiten eher zu, was sich an kuriosen Details wie einer nackten Frau mitten auf der Straße manifestiert. Auch die an Bäumen aufgehängten Säckchen ergeben wenig Sinn und dass die kriminelle Gang so vehement auf die Jagd geht, scheint wohl eher der Spannungskurve geschuldet.

Immerhin stimmt das Tempo, die Action ist überwiegend sauber gefilmt und auch der Score ist stimmig. Darstellerisch wird durchwachsenes Niveau geliefert, am ehesten vermag Luke Massy als Anführer der Bösewichte zu überzeugen. Die wenigen Gewalteinlagen sind größtenteils handgemacht und das Make-up liefert sehr saubere und vor allem detaillierte Arbeit ab.

Prinzipiell ist ein Genremix erfrischend, doch „Wrong Trail“ bleibt in vielen Belangen zu schemenhaft und deutet mit Ziegen, Ritualsex und vielen Kerzen in einer Höhle mehr an als letztlich geklärt wird. Mit reiner Konzentration auf die Menschenjagd wäre wahrscheinlich weitaus mehr drin gewesen, so wirkt der bittere Beigeschmack des unausgegorenen Drehbuchs leider deutlich nach.
5,5 von 10

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