Der erfolgreiche Mountainbiker Joe (Bryce Draper) hat sich nach dem Unfall eines Kollegen von der strampelnden Zunft verabschiedet, als ihn, angeleiert von seiner Freundin Stephanie, eines Tages eine Einladung eines früheren Freundes nach Chile erreicht - eine Entscheidung ist schnell getroffen, und schon sitzen die beiden im Flieger nach Südamerika. Unterwegs zum Terrain machen sie in einer Kneipe unangenehme Bekannntschaft mit ein paar ortsansässigen Finsterlingen, bevor sie sich mit dem befreundeten Pärchen treffen. Als sie jedoch das Gelände inspizieren, stossen sie auf einen Schwerverletzten in einem Auto, der von irgendetwas infiziert scheint und Blut spuckt. Als sie ihm helfen wollen, werden sie plötzlich beschossen und müssen Hals über Kopf in die Wälder fliehen...
Was der deutsche Titel Wrong Trail - Tour in den Tod schon ein wenig vorwegnimmt (im Original heißt der Streifen Downhill), erweist sich in der Folge dann als eine Mischung aller möglichen Versatzstücke diverser Horrorfilme, die dem chilenischen Regisseur Patricio Valladares offenbar gefallen haben und die er rudimentär nachdreht und relativ planlos aneinanderreiht. Ersteres wäre nicht so schlimm, denn gut geklaut kann immer noch sehenswert sein, hier jedoch scheitert Downhill von Anfang an an den nicht nachvollziehbaren, unlogischen Verhaltensweisen seiner Hauptdarsteller. Anfänglich mag das noch ganz witzig wirken, wenn sich Joe von Steph überreden läßt, doch noch mal aufs Rennrad zu steigen, während er sie permanent mit dem Camcorder filmt und die beiden Turteltäubchen als zusammengehörendes Pärchen auftreten - Joe dann aber einfach so die Freundin des Gastgebers auf der Toilette durchnudelt. Aber schon als der Schwerverletzte gefunden wird, der einen fürchterlichen Ausschlag hat, wird die Diskrepanz von Erwartungshaltung und tatsächlichem Geschehen schlicht unglaubwürdig - jeder andere würde sich wohl in Sicherheit bringen oder zumindest einen sicheren Abstand einhalten: unser Quartett jedoch berührt den Fremden mehrfach. Dann werden sie plötzlich aus den Wäldern beschossen, ein zuvor herbeigerufener Polizist sogar erschossen, aber ducken und Deckung suchen fällt ihnen immer noch nicht ein, stattdessen wird aufrecht in die Büsche getrabt und die Menschenjagd beginnt. Wieso die motorisierten Angreifer (es sind natürlich die finsteren Gesellen aus der Kneipe zu Beginn) so schlecht schießen und das Quartett mit dem Verletzten, obwohl sie zu Fuß kaum vorwärtskommen, dann doch so einen riesigen Vorsprung herausholen, erschließt sich dem geneigten Zuschauer ebensowenig. Später im Film wird eine Hütte erreicht, in der sich die Verfolgten tatsächlich ausruhen und auch noch übernachten, statt sich zu verbarrikadieren oder wenigstens Wache zu schieben...
Das einzig Positive an Downhill sind einige handgemachte Effekte - beispielsweise des Ausschlags, der die Infizierten befällt. Die dies verursachenden zappelnden Würmer(?) sollen anscheinend einen Effekt aus Carpenters 1982er The Thing nachahmen - leider miserabel gemacht. Der einzige Grund, das unlogische Treiben nicht schon vorzeitig per Fernbedienung zu beenden, liegt in dem beständigen Wunsch des verwirrten Zuschauers, doch endlich mal eine Erklärung präsentiert zu bekommen - eine Hoffnung, die sich allerdings nicht erfüllt. Zum Ende hin werden in kürzeren Abständen noch Bilder zu Themen wie Ritualen, schwarzen Messen und Satanismus (Ziegen, Zimmernummmer 666) eingeflochten, aber eine Erklärung für den Virus oder überhaupt für das Ganze bleibt aus, man kann bestenfalls Schlüsse ziehen, die aber kein befriedigendes Ergebnis liefern. Und da überdies keiner der Darsteller sich besonders hervortut oder gar zum Mitfiebern einlädt (speziell Stephs panisches Geschrei nervt schon nach kürzester Zeit), bleibt Downhill weit hinter den ohnehin schon niedrigen Erwartungen zurück. Gewollt, aber nicht(s) gekonnt. 3,4 Punkte.