Review

Der britische Regisseur Jim Hosking tobt sich nach einigen Kurzfilmen mal so richtig aus und suhlt sich fernab von Gut und Böse in allem, was nicht gerade hübsch anzuschauen ist.
Zwischen faltigen Ärschen, sehr viel Fett und heraus ploppenden Augäpfeln tut Hosking alles dafür, um sich mit seiner Groteske den Ruf eines Bullshit Artist zu erarbeiten.

Big Ronnie (Michael St. Michaels) und sein erwachsener Sohn Big Brayden (Sky Elobar) leben in einer verranzten Bude in LA und halten sich mit Discotouren für Touristen über Wasser. Unter diesen befindet sich eines Tages die üppige Janet (Elizabeth De Razzo), in die sich Braydon sogleich verknallt. Doch nach einigen Dates hat es auch Ronnie auf Janet abgesehen, während sich im Ort der fettige Würger herumtreibt…

Hosking liefert eine krude Mischung aus Troma und Helge Schneider, irgendwo zwischen Trash und Arthouse, zwischen absolutem Ekel und Faszination, zwischen völliger Redundanz und lustigen Details. Alles irgendwo zwischen nervig und konsequent hirnlos bis hin zu völlig Out of order.

Die Handlung ist ohnehin nur notwendiges Übel, weshalb der Killer eher sporadisch zuschlägt und auch nie ein Hehl daraus gemacht wird, wer sich dahinter verbirgt. Sinnentleerte Dialoge gehören ebenso zum Treiben wie bis zum Erbrechen wiederholte Parolen, in einigen Szenen bleiben die Figuren indes stumm. Mann kann darüber zweigeteilter Meinung sein, ob die Aussprache von „Kutoffen“ statt Kartoffeln nach zwanzig Mal nachfragen und ebenso vielen falsche Aussprachen noch lustig ist. Oder ob es notwendig ist, dass Dad bewusst freizügig mit einem überdimensional großen Penisimitat herumläuft, während dem Sohnemann nur eine Art verbogener Zigarettenstummel zuteil wurde und Janet den kompletten Unterleib mit einem nach Stroh aussehenden Schamhaartoupet bedeckt hat. Schön ist das alles sehr bewusst nicht.

Deshalb empfiehlt es sich auch nicht, den Streifen während des Abendessens zu sichten, denn Furzwitze und Nahaufnahmen wenig attraktiver Gesichter gehören ebenso zum Repertoire wie schmieriger Sex, ungelenke Tanzbewegungen und im Fett schwimmendes Popkorn.
Höhepunkte sind allerdings kleine fiktive Anekdoten über Leute wie Michael Jackson oder John Travolta, die lustiges Kopfkino entstehen lassen.

Auch so eine Sache ist der Score, dessen Hauptthema aus gerade einmal zwei Basstönen besteht. Das klingt einerseits goldig verspielt und reichlich naiv, birgt nach einer Weile jedoch einen leichten Nervfaktor, was stellvertretend für das merkwürdige Werk steht.
Es ist ein typischer Publikumsspalter, ein durch und durch unkonventioneller Stoff, der keine Pointe liefert, weil er ohnehin keine herkömmliche Geschichte erzählt.
Irgendwie komplett doof, aber er hat was. Eben ein Bullshit Artist.
6 von 10

Details
Ähnliche Filme