kurz angerissen*
Für eine Geschichte, die auf realen Begebenheiten basiert, driftet Brad Furmans Inszenierung vielleicht in mancher Szene zu weit ins Theater, insbesondere wenn er die bunten Vögel der Drogenkartelle direkt gegeneinander aufscheucht. Hauptdarsteller Bryan Cranston führen die Undercover-Aktionen seines Charakters dadurch regelmäßig in Schwulitäten und unliebsame Zufälle – wie gut, dass sein gefestigtes Schauspiel meistens eine passende Antwort auf jede noch so unvorteilhafte Wendung findet. Überhaupt ist „The Infiltrator“ ein Film, der hauptsächlich von seinen Akteuren lebt. Mit Diane Kruger, Benjamin Bratt, John Leguizamo oder Joseph Gilgun kommt ein stark harmonierendes Ensemble zusammen, das als tragendes Fundament dient.
Die pastellfarbene, sehr steife Umsetzung der 80er Jahre muss man mögen, sie unterstützt aber den dezent komischen Unterton des Doppelspiels, das sich als überraschend dynamisch erweist und keineswegs so träge ist wie seine Verpackung suggeriert.
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