Himmel, das Jesus-Video? Einen so bescheuerten Titel hab ich ja schon lange nicht mehr gehört! Nichtsdestotrotz tut man sich manchmal besserer Alternativen den vermeintlich größten Blödsinn an, entweder um sich eines besseren belehren zu lassen oder seine Meinung bestätigt zu bekommen. Das "Jesus Video" jedenfalls tourte ja schon länger durch deutsche Medienlandschaften in verschiedenen Formen mit unterschiedlichsten Bewertungen. Nun denn, Licht aus, Spot an, hier kommt die Schlafzimmerbett'sche Bewertung.
Eine Ausgrabungsstätte in Israel: Archäologen finden ein Skelett mit Titanschiene und Amalgamfüllungen in den Zähnen, eine Bedienungsanleitung für eine Videokamera in der Hand haltend. So alt kann die Leiche also gar nicht sein. Doch eine Spektralanalyse ergibt zweifelsfrei: Der Tote verstarb vor etwa 2000 Jahren. Nachdem dann auch noch handschriftliches Gekritzel über Jesus auftaucht werden die wildesten Vermutungen angestellt. Allen voran Steffen Vogt, ein wackerer blonder Student aus deutschen Landen, der überzeugt ist: Dieser Mann war ein Zeitreisender und hat Jesus gefilmt.
Der Stoff ist bis hierhin völlig abstrus und krass, eine gute Inszenierung täuscht über den mageren Plot allerdings nicht hinweg. Es wäre dringlich an der Zeit eine sinnvolle Rahmenstory zu generieren und Erklärungen zu liefern, vorallem über die Verfolger die Steffen aus dem Weg räumen wollen. Doch statt Komplott und Kirche unter einen Hut zu bringen konzentriert sich Regisseur Niemann auf blanke Action mit wenig Inhalt und Hintergrund. Was man nicht alles hätte draus machen können bleibt im Dunkeln, angeblich soll die Romanvorlage richtig was hermachen. Mangels Kenntnisse dieser bleibt mir nur die Schlußfolgerung über: Der Film ist dürftig, liefert keine schlüssigen Erklärungen, die Spannung bleibt daher aus - eine runde Story sieht anders aus. So verwegen die Ausgangssituation auch ist, man hätte durchaus einen gelungenen Psychothriller um vatikanische Geheimdienste, Geheimnisse der Bibel und internationale Verstrickungen daraus stricken können, doch blanke Action ohne Sinn und Verstand und viel zu schnelle Auflösunge diverser Rätsel nehmen dem Zuschauer jegliche Spannung. Die Umsetzung wird dem Anspruch und den Möglichkeiten nicht gerecht.
Ein Film den man sich getrost sparen kann, es sei denn man steht auf Naike Rivelli und Heinrich Giskes. Lobend kann man sonst nämlich nicht mal die Schauspieler erwähnen. "Das Jesus Video" kommt über ein B-Movie-Label leider nicht hinaus.
(2/10)