Wieder einer der Filme, welche versuchen mangelnde Einfallskraft durch einen wirren und überkomplizierten Plot zu verschachteln. "Der Einsatz" ist wahrlich arm an Ideen und seine Botschaft "Nichts ist so, wie es scheint" ist - mit "23" sogar schon durch einen besseren deutschen Film dieser Art - reichlich abgenutzt. Dennoch entbehrt der mit Colin Farrell ("Alexander") und Al Pacino ("Heat") starbesetzte Film nicht eines gewissen Reizes, welcher sich genau daraus ergibt.
Zur Story: Computerspezialist James Clayton (Farrell) wird von Agent Burke (Pacino) für die Ausbildung beim CIA rekrutiert. Doch im Laufe der Ausbildung auf der "Farm", wie sie liebevoll von CIA-Agenten genannt wird, bekommt der "Jahrgangsbeste" James einen Auftrag: Er soll die Doppelagentin Layla observieren und herausbekommen, an wen sie geschmuggelte Daten weitergibt. Ein Einsatz, der nicht glimpflich ablaufen soll...
Um die Handlung mit einem Wort zu treffend zu kommentieren: "angeblich". Denn bekanntlich ist ja nichts so, wie es scheint. Deshalb will ich hier auch nicht mehr über die Handlung verraten, da der Film gerade durch das gegenseitige Fingieren - wobei natürlich einige Agentenklischees ausgeschlachtet werden mussten - sowie überraschende Wendungen seinen Reiz bekommt. Doch leider versteigt sich der Plot in zunehmend undurchsichtige und überkonstruierte Sphären, weswegen am Ende wohl keiner mehr durchblickt. Die kurze und scheinbar notdürftige Einführung der Figuren wirkt wie ein herausgequältes Zugeständnis, bevor "Der Einsatz" deutlich immer mehr an Tempo gewinnt. Charakterzeichnung ist also bis auf winzige klischeehafte Ansätze um fehlende, vermisste Vaterfigur und väterlichem Mentor Fehlanzeige. Auch Al Pacino oder Colin Farrell zu unterstellen, sie hätten hier schauspielerisch irgendwelche Akzente gesetzt, wäre deutlich überbewertet; einzig Bridget Moynahan ("Lord of War") fällt in diesem Suggestiv-Allerlei in ihrer Rolle als mysteriöser Maulwurf positiv auf. Dennoch versteht es "Species"-Regisseur Roger Donaldson, seinem eher mediokren Agentenfilm durch kalte und graue Bilder eine bedrückende Stimmung zu verleihen - ein Highlight im sonst inszenatorisch und schauspielerisch eher blassen Routine-"Einsatz".
Fazit: Passabler Agententhriller, welcher im übermäßig wendungsreichen Plot sowie undurchsichtigen Finale sein plattes und einfallsarmes Drehbuch offenbart. "Der Einsatz" ist ein - durch Agentenklischees - akzeptabeles, streckenweise spannendes Stück Unterhaltungskino, bei dem Action leider Mangelware ist. Für einmalige Ansicht aber zu empfehlen.