"Der Einsatz" ist ein teilweise spannender Agenten-Thriller ohne große Effekte. Ich habe mir den Film allein wegen den beiden Hauptdarstellern angeguckt. Der Film war zwar nicht total schlecht, aber wirklich gut war er auch nicht.
Agent Burke (Al Pacino) wirbt den jungen James (Colin Farrell) für die CIA an. Nach dem Training und diversen Tests setzt Burke den neuen Agenten auf seine Kollegin (Bridget Moynahan) an, die eine Doppelagentin sein soll. Doch alles scheint nicht so zu sein, wie es ist...
Außer "Nicht auflegen!" und "Daredevil" gab es bisher wohl noch keinen Film, wo Newcomer Colin Farrell (S.W.A.T.) nicht seinen freien Oberkörper inklusive tätowierten Oberarm zeigen durfte. Und so ist es auch in diesem Film. Da Frauenlieblinge wie Brad Pitt und Tom Cruise auch langsam in die Jahre kommen, muss natürlich für Ersatz gesorgt werden. Neben Orlando Bloom und Ben Affleck gehört nun auch Farrell zu jenen, die, die Nachfolge von Pitt, Cruise, Depp und Co. antreten sollen. Doch im Gegensatz zu Bloom und Affleck hat Farrell auch in Sachen Schauspielerei was auf dem Kasten, was er hier und vor allem in "Nicht auflegen!" beweisen durfte. Allerdings kommt er noch lange nicht an die Leistungen seines Kollegen Al Pacinos (Im Auftrag des Teufels) heran. Pacino spielt die Rolle des CIA-Ausbilders gewohnt gut, wie es sich für einen Profi wie ihn eben gehört. Denn im Gegensatz zu Farrell muss Pacino nichts mehr beweisen. Zu Farrell und Pacino gesellt sich dann noch Bridget Moynahan (I, Robot), die ein erfrischend ungebrauchtes Gesicht ist. Zwar erinnert sie stark an Ashley Judd, doch mit ihrer Leistung kann man sich durchaus zufrieden geben.
Action kommt in "Der Einsatz" nicht allzu viel vor, und wenn, dann wirkt sie glücklicherweise nicht übertrieben. Wie in "Die Bourne Identität" wird hier die Action eher auf realistische Art dargestellt. Jedoch musste ich kurz lachen, als Farrell am Schießstand erklärte, dass er wegen Nintendo-Spielen so gut schießen könnte. Einen ähnlich beknackten Spruch hatte auch schon Vin Diesel in "Triple-X" abgelassen, als er mit seinem neuen Revolver herumfuchteln durfte. Wenn solche behämmerten Aussagen stimmen würden, dann wäre ja jeder zweite Ego-Shooter-Spieler ein potentieller Scharfschütze. Die Story mag zwar nicht neu sein und vieles sieht man schon voraus, doch hier und da wird dennoch ein wenig Spannung erzeugt. Da der Film ab 12 ist darf es freilich auch nicht allzu viel Erotik geben. Lediglich Bridget Moynahan ist mal kurz von hinten nackt zu sehen und räkelt sich im BH mit Farrell auf dem Bett herum. Hier darf man noch bemerken, dass Gewaltszenen in Filmen oft ungeschorrener davon kommen, als Erotik-Szenen. Die Filme "Eyes Wide Shut", "Eiskalte Engel" und "Road Trip" fungieren hier als gute Beispiele. Obwohl sie so ziemlich frei von Gewalt sind, sind sie aufgrund einiger Nacktszenen und obszönen Sprüchen erst ab 16 freigegeben, wogegen in etlichen Filmen ab 12 nach Herzenslust und ungeschnitten geballert und gemordet werden darf. Zwar sind solche Gewaltszenen nicht so heftig wie in Filmen ab 16 und 18, doch sie zeigen, dass (vor allem in den prüden USA) Gewalt in Filmen eher durchgelassen wird als kurze Nacktszenen und obszöne Wörter.
"Der Einsatz" stellt demnach einen durchschnittlichen Agenten-Thriller für zwischendurch da, der Dank seiner guten Darsteller dennoch sehenswert ist.