Obgleich die Videospiel-Verfilmung „Dead Rising – Watchtower“ nur mäßige bis vernichtende Kritiken erhielt, wurde rasch eine Fortsetzung nachgeschoben. Der serienerprobte Regisseur Pat Williams hat ein wenig aus den Fehlern des Vorgängers gelernt, - mit dem ursprünglichen Spiel hat der Streifen allerdings herzlich wenig gemein.
Seit zwei Jahren herrscht im Land eine Zombieseuche, als Journalist Chase Carter (Jesse Metcalfe) einer Verschwörung durch das Militär auf der Spur ist. Ihm und seinem Team bleibt nur wenig Zeit, die implantierten Chips am Hauptrechner außer Kraft zu setzen, ansonsten sind Millionen von Menschen dem Tod geweiht…
Ähnlich wie der Vorgänger erfolgt der Einstieg mit einer guten Portion Action, welche den Betrachter ohne Umschweife mitten ins Geschehen wirft. Chase mutiert sprichwörtlich zum Gejagten und kann gerade noch entkommen, nachdem er einen geheimen Deal filmte.
Mit Figurenzeichnungen hält sich die Handlung erst gar nicht auf, anderweitig ist es nicht notwendig, „Watchtower“ zu kennen, denn Abläufe erklären sich hier grundlegend von selbst.
Williams konzentriert sich auf das Wesentliche und fährt besonders in Sachen Action und Splatter passable Geschütze auf. Da werden Schädel geplättet, es gibt blutige Einschüsse, abgetrennte Köpfe und unzählige Schnitte durch selbst gebastelte Waffen. Es werden Lagerhallen und verwaiste Industriegelände passiert und zuweilen kommt dabei eine angenehm düstere Atmosphäre auf, während der Score stets ordentlich antreibt.
In Sachen Innovation ist mit der Story natürlich kein Blumentopf zu gewinnen, denn es geht ausschließlich um den Wettlauf gegen die Zeit und den damit verbundenen, regelmäßigen Auseinandersetzungen mit den Zombies. Von denen sind hier weitaus mehr als beim Vorgänger anzutreffen, zudem offenbart sich eine mutierte Form flinker Biester, was die Rasanz bei den Actionsequenzen merklich erhöht. Die Masken der Mutierten gehen in Ordnung, allerdings kommen sie ein wenig zu einheitlich daher, - bei einigen Statisten wurde fast nur mit weißem Puder gearbeitet.
Darstellerisch wird indes nicht viel abverlangt, obgleich sich Metcalfe recht gut als Held mit vollem Köpereinsatz macht. In einer kleinen Gastrolle taucht Billy Zane als dubioser Wissenschaftler auf, was das Niveau tatsächlich für jenen Moment anhebt. Im Umkehrschluss ist allerdings auch kein Totalausfall zu verzeichnen, während die Synchro saubere Arbeit leistet.
Ein kleiner Twist gegen Ende kaschiert beileibe nicht, wie einfallslos die Geschichte im Grunde ist. Ideenreicher und vor allem abwechslungsreicher gestalten sich demgegenüber einige recht blutige Auseinandersetzungen mit der allgegenwärtigen Bedrohung, während die Schauplätze gut gewählt sind und phasenweise an die Konsolenspiele der Reihe „Resident Evil“ erinnern. Eingefleischte Fans der Spiele dürften enttäuscht werden, doch wer sich lediglich ein wenig Unterhaltung durch Fights und Blutvergießen verschaffen möchte, liegt hier nicht allzu verkehrt.
6,5 von 10