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Lust auf deftigen Quatsch mit Pimpinellesauce? Oder auf lustigen Wackelpudding mit Kokoloressträusel? Wie wär's mit leckerem Mumpitz, gefüllt mit Götterspeise und überbacken mit Glibber? Auch nicht? Ein Nonsenssteak à la Clown mit Ulknudeln und Kichererbsen vielleicht? Zubereitet werden diese deliziösen Gerichte jedoch nicht von einem prämierten Starkoch aus dem Gault-Millau in edlem, sündhaft teurem Kochgeschirr, sondern vom jungen, unerfahrenen Praktikanten des nächstgelegenen Dönerladens in alten, abgewetzten Töpfen. Egal? Gut. Denn dann - und nur dann! - kann ich für Dave Parkers Slimy Little Bastards eine Empfehlung für das Menü des Tages aussprechen.

Im Prinzip ist Slimy Little Bastards (geiler Titel!) ein Amateurfilm. Das Budget betrug etwa eintausend US-Dollar, und viele (aber nicht alle) der Schauspieler müssen sich die Frage gefallen lassen, was sie denn von Beruf sind. Alles, ganz besonders die Spezialeffekte, ist billig, aber immerhin ist der Streifen recht kompetent gemacht. Die Kameraarbeit (sehr nett: die zahlreichen POV-Sequenzen aus der Sicht der Monster) ist überdurchschnittliches Amateurniveau, und auch die musikalische Untermalung kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Tontechnisch gibt es allerdings gravierende Probleme (mal ist der Ton zu leise, dann wieder viel zu laut), der Schnitt ist ruppig und recht beliebig gesetzt, und das Drehbuch wirkt unausgegoren.

Dave Parker, der kreative Kopf hinter diesem Projekt, hat zwar nicht das abseitig-irre Talent seines Kumpels Dustin Mills (der Regisseur von Filmen wie Skinless, Kill That Bitch oder Applecart agiert hier in mehreren Rollen vor der Kamera), liefert mit seinem Regiedebüt aber zumindest akzeptablen Z-Schlock ab. Slimy Little Bastards ist eine sechsundsechzigminütige Anthologie rund um kleine, schleimige Kreaturen. In der Rahmenhandlung bekommt ein exzentrischer Sammler (Brandon Salkil macht einen auf Vincent Price und chargiert zum Gotterbarmen über) Besuch von einem zwielichtigen Typen (Keith Voigt Jr.), dessen Wagen angeblich eine Panne hatte. Während er nach einem Wagenheber sucht, erzählt er ihm drei Geschichten.

In Organic Shit schlüpft eine eklige grüne Masse aus dem Müllschlucker und macht dem sonderbaren Jeremy (Jeremy Ryan) sowie dem herbestellten Mechaniker (Dustin Mills) das Leben schwer, bis ersterer einen Weg findet, das Blob-ähnliche Zeug zu bekämpfen. Brain Busters dreht sich um die depressive Sandy (in der mit Abstand besten Performance des Streifens: Erin R. Ryan), die von Dr. Archache (Dustin Mills) als Versuchskaninchen für seine dubiosen Experimente mißbraucht wird. Damit beißt der verrückte Arzt aber mehr ab, als er schlucken kann. Und The Crusties stören den feuchtfröhlichen Rollenspielnachmittag einer kleinen Gruppe Nerds, nachdem sie von Walter (Dave Parker), ähm, ausgekotet wurden.

Ja, der Humor ist phasenweise von der derben, nicht wirklich geschmackssicheren Art, gleitet aber zumindest nicht in tromatische Untiefen ab. Lustig ist das Ganze hin und wieder schon, aber leider viel zu selten, weshalb die ernster angelegte zweite Episode klar die beste ist. Als originell kann man Slimy Little Bastards ebenfalls nicht bezeichnen. Parker hat sich in Bezug auf die Grundplots allesamt von mehr oder weniger bekannten Filmen "inspirieren" lassen, auch wenn seine drei Geschichten danach eigene Wege beschreiten. Organic Shit ist eine Variante von The Blob, bei Brain Busters stand Cronenbergs The Brood Pate, und The Crusties erinnert stark an Ghoulies, welcher ja selbst schon ein billiger Gremlins-Abklatsch war.

Wenn die kleinen glitschigen Racker keinen Unfug treiben, ist Slimy Little Bastards eine eher zähe Angelegenheit. Die Effekte sind spottbillig aber leidenschaftlich umgesetzt. Viel Schleim, etwas Blut und ein paar schräge, von lustigen Soundeffekten begleitete Puppen bekommt man da geboten, wobei es sich bei letzteren entweder um unbewegliche Bastelarbeiten oder um niedliche Handpuppen handelt. Ernstnehmen kann und soll man den Streifen nicht; mal ist er Komödie, ein andermal Camp und/oder Trash. Der Spaß stand bei diesem Spaßprojekt im Vordergrund, und den haben alle Beteiligte offensichtlich gehabt. Ob sich das auf den Zuschauer überträgt? Jein. Amüsement und Langweile hielten sich bei mir in etwa die Waage, aber da die Chose recht sympathisch rüberkommt, setze ich schnell die rosarote Fanbrille auf und will mal nicht zu streng urteilen.

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