Dog Star Man: ein Mann, ein Hund und die omnipräsenten Sterne am Firmament.
Brakhage sucht seine Mannesrolle in einer chronistischen Abhandlung über die Genese der Welt und des Menschen in introvertierten Bildern, gleich einer Kamera, die vor dem geistigen Auge postiert ist. Er durchläuft dabei den typischen Weg eines Mannes, von der geschlechtlichen Reife zur ersten Liaison und dann zur Vaterschaft.
Den von Brakhage beschrittenen Weg der Inszenation kann man nur absolut originär, als authentischste Bewusstseinsflektion die je visualisiert wurde, beschreiben.
Die meisten Regisseure machen Filme mit den Augen (Jodorowsky mit den Eiern) und Brakhage machte „Dog Star Man“ blind. Blind um nur das zu perzipieren, was in ihm passiert ohne die Verzerrung und Zerstreuung des „Anderen“.
Film ist vielmals eine Interpretation vom „Menschen in der Welt“, hier zeigt sich die „Welt im Menschen“.
So gesehen ist „Dog Star Man“ der Antifilm, absolut verschränkt gegenüber und losgelöst vom Externen, jeglichen Paradigmen des Filmens und gleichzeitig total konsequent und integer gegenüber seiner eigenen Thematik.
Jeder Mensch der einmal, ganz introvertiert, versucht, Bilder aus seinem aktuellen Bewusstsein zu filtrieren, wird eine ähnliche Struktur vorfinden, die eben „Dog Star Man“ inhärent ist: Amorphe Farbspiele alternieren mit Abbildern der realen Welt, finden ohne Sprache (Komplexitätsreduzierung) keine logische Kohäsion, sind wie eine kontinuierliche Flut elektrischer Impulse, interferieren, werden abrupt abgeschnitten, weil sich neues Unbewusstsein unaufhaltsam durch die Hirnareale bahnt und uns auf einen neuen Stern im neuronalen Mikrokosmos lenkt.
„Dog Star Man“ ist ein großartiges Werk über das Bewusstsein an sich, eine völlig ungefilterte, bizarre und faszinierende, psychedelische Introspektive.