The Power of Disney
"Life, Animated" ist eine unheimlich kraftvolle und emotionale Doku über einen autistischen Jungen, der durch Disneyfilme wieder redet und anfängt seinem Leben zu begegnen... Nicht umsonst für den Doku-Oscar nominiert, kann man sich der positiven Einstellung und durchdringenden Hoffnung, die diese intime Doku versprüht, kaum entziehen. Bessere Werbung könnte sich Disney, könnte sich das Kino allgemein kaum wünschen. Ein Hoch auf die heilende Kraft von Simba, Jago und Co. Nur ganz bittere Zyniker und Disney-Kritiker lassen ihren Frust an dieser Doku, an dieser Familie, an diesem jungen Mann aus. Denn Owen Suskind kann stolz auf sich sein und das Disney-Zeichentrickfilme eine gewisse Magie ausstrahlen, weiss fast jeder von uns aus seiner eigenen Kindheit. Und bei mir wirkt diese Magie bis heute. Zum Glück ebenso bei Owen, einem vorbildlichen Kämpfer, Träumer und Beschützer der Sidekicks. Ich hoffe er lässt sich seinen Spaß an den Filmen nie nehmen. Was für ein faszinierender Mensch!
"Life, Animated" ist ein herzensguter Film, eine Doku voller Liebe. Liebe einer Familie zu ihrem gehandicapten Sohn. Liebe eines Jungen zu Disneyfilmen, seiner Freundin, seinen Mitmenschen und seiner Familie. Zu seinem Leben, trotz aller Hindernisse. Und diese allgegenwärtige Liebe und positive Attitüde überträgt sich auf uns Zuschauer und übertönt jede scheinbar gestellte Szene oder manipulativen Aufbau. Hier ist definitiv mehr echt als fake. Die gezeigten Szenen und Soundtracks aus den Disneyklassikern und in diesem Lebensrettern, versetzen einen zurück in die Kindheit und Gänsehaut ist vorprogrammiert. Wie wichtig es ist, sich selbst eine Freude zu machen, sein Hobby zu lieben, das zeigt "Life, Animated" nachdrücklich. Egal ob autistisch oder nicht. Eine der bewegendsten Dokus seit langem, die man nicht schnell vergisst und wo man dem Protagonisten alles, alles Gute für seine nicht einfache Zukunft wünscht. Und allein schon die Szenen mit ihm und seiner Freundin lassen einen zugleich vor Freude, Süße und Witzigkeit weinen.
Fazit: etwas manipulativ und manchmal gestellt wirkend... und im Endeffekt doch zutiefst menschlich, berührend, herzerwärmend. Gar nicht so unähnlich zu Disney selbst...