Eine der derzeit vermehrt auftretenden Kollaborationen zwischen Korea, China und Hong Kong, die angefangen mit The Thieves und fortgeführt mit bspw. Helios, Murder at Honeymoon Hotel und eben Bounty Hunters ebenso in der gegenseitigen Co-Produktion Verwendung finden, als auch in der Verwertung ursprünglicher Rechte für Remakes. [Wie bei A Better Tomorrow oder zuletzt von Eye in the Sky zu Cold Eyes, und umgekehrt von A Hard Day zu Perpetrators und der 1:1 Verfilmung von Hide & Seek geschehen.] Die Idee der Zusammenarbeit mag interessant sein, ist im Grunde aber deswegen strittig, weil die Fähigkeiten der Länder auf unterschiedlichen Terrains liegen und man vermehrt das Gefühl hat, ein ursprünglich vielversprechendes Projekt wird durch die neuen Zutaten, die eben auch beide unterschiedlichen Filmnationen ansprechen muss, eher abgeschwächt als gestärkt und eher verwässert als potenziert. Bounty Hunters selber hat von vornherein schon schlechte Karten, ist mit der verantwortlichen Produktionscompany Pegasus Motion Pictures unter Führung von Raymond Wong und der Mitarbeit am Drehbuch durch dessen Sohn und Presenter Edmond Wong schon der bunte Kommerz komplett in das Projekt reingebügelt, und der engagierte Regisseur Sin Tae-ra gilt mit seiner bisherigen Filmographie wie My Girlfriend is an Agent oder Runway Cop jetzt auch nicht gerade als Genie:
Als die beiden ehemaligen, nunmehr geschassten Interpol-Agenten Li San [ Lee Min-ho ] und A Yo [ Wallace Chung ] von einen Reporter als Schutz für dessen Informanten engagiert werden, ahnen sie noch nicht, in welch ein Schlamassel sie hereingeraten. Nicht nur, dass sie das Zielobjekt aus den Augen verlieren, werden sie doch auch Zeuge eines verheerenden Bombenanschlags auf eine Hotelgruppe, und sogleich als Verdächtige dieses Attentats von der Polizei gesucht. Helfen kann ihnen jetzt nur noch die Kopfgeldjäger-Truppe um Cat [ Yang Mi ], Swan [ Karena Ng ] und Bao Bao [ Fan Siu-wong ], die ebenfalls unschuldigerweise ganz oben auf der Fahndungsliste stehen, aber mit dem psychopathischen Tommy [ Jeremy Xu ] auch eine erste heiße Spur haben, die quer durch ganz Asien auf die Jeju-Insel zwischen Koreastraße und dem Ostchinesischen Meer und wiederum in eine Hotelanlage führt.
Orientieren tut man sich dabei an ein eher jüngeres Publikum, vielleicht auch noch im Hälfte Mädchen / Hälfte Jungs Gemisch, so dass die Zielgruppe vermehrt breit gewählt wird und mit entsprechenden Zutaten anvisiert. Zuletzt versucht hat man zur Jahrtausendwende, mit Media Asias Gen-X Cops (1999) und Gen-Y Cops (2000), von dem diese Variante hier wie sichtlich inspiriert, nur leider noch mehr auf den kleinsten gemeinsamen Nenner glatt gestrafft, ohne jede Ecken und Kanten überhaupt wirkt.
Ein adrettes Hauptdarstellerteam, wobei jeder auch nur eine Funktion (der Held, der Kasper, die Heldin, die Computermaus und der Handlanger) ausübt und ansonsten in allerlei verschiedene Klamotten, verschiedene Frisuren mit möglichst Haarfärbung und viel Haarspray und dann auch mancherlei bunte Abenteuer hinein gesteckt wird. Eine große, 40 Mio. USD teure Hatz auf dem Spielplatz ist das, im Grunde prächtig anzusehen, wenn man denn viel Ortswechsel wie im interaktiven Reisebüro mag, und auf nichtigen Ausstattungsfimmel und diverse elektronische Gadgets aus der Kinderabteilung vom überquollenen Spielwarenladen nicht Verzichten will.
Eine Altersempfehlung von Sechs in Begleitung der Eltern bis Zwölf quasi, wo man der hiesigen Terroristenjagd noch mit staunenden Augen zusehen mag, bzw. nach den Wünschen der Produzenten zusehen soll, und man sein dickes Bonbon aus lauter Gadget-Unterhaltung, aktiver Bewegung und etwas Liebe mit dem Streichlöffel und Humor aus Opas Klamaukkiste aus noch serviert kriegt. Richtig Laune machen tut das nicht, und das liegt nicht daran, dass die Bombenanschläge einfach so weggenickt und hingenommen werden, und der Oberterrorist wie der Pumuckl, stilecht mit kurzen Hosen aussieht und auch so chargiert. Zu seicht ist das ganze Gebaren, zu sehr mit der heißen Nadel und gleichzeitig zu festgefahren auf die Vorgaben der Zuschauerschaft gestrickt, zu holpernd die Handlung, die sichtlich eine ganze neue Reihe an Abenteuern initialisieren soll, aber sowieso nicht richtig interessiert. Und zu sehr Tinnef auch das Bemühen der Produktion, die sich mehr für irgendwelche Spielereien und Dekoartikel starkmacht als für ihre Figuren, die Pappkameraden bleiben und wo gleich ganze 3 Männeken von den 5 auch irgendwie überflüssig sind, und der Älteste im Bunde, Fan Siu-wong auch sichtlich unwohl herüberkommt und als Mädchen für Alles gänzlich fehl in diesem Kinderspielplatz ist.
So ganz langweilig wird es nicht, was an der Action hier und da liegt und an dem bisschen Plot, wobei die Verfolgungsjagd gleich zu Beginn einerseits recht flott und spielerisch herüberkommt, aber andererseits dadurch auch wieder schon mit Matchboxautos getrickst scheint; so leichtfüßig, wie die arrangiert ist. Besser kommen die Zwei- und Massenkämpfe koreanischer Machart herüber, die natürlich keine Nachwirkungen für die jeweiligen Beteiligten haben, aber ebenfalls recht zügig und dennoch übersichtlich und durchaus mit Lust und Laune umgesetzt sind. Dass mit sich ansonsten mit Taserwaffen 'bekriegt' und dies hochgradig albern wirkt: Geschenkt.