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Alexandra Lamy spielt eine 40-jährige Architektin, die nach der Pleite ihres Unternehmens ohne Job und Wohnung dasteht. Sie zieht bei ihrer verwitweten Mutter, gespielt von Josiane Balasko, ein, die eine geheime Liebesbeziehung mit ihrem Nachbarn führt. Da die Tochter jetzt bei ihr wohnt und die Mutter das Versteckspiel leid ist, lädt die betagte Dame ihre drei Kinder zum gemeinsamen Abendessen ein, bei dem sie ihren Verehrer vorstellen möchte.

„Willkommen im Hotel Mama“ ist nach „Frühstück bei Monsieur Henri“ und „Unterwegs mit Jacqueline“ bereits die dritte französische Komödie, die diesen Sommer ihren Weg in die deutschen Lichtspielhäuser findet. Passend zur Jahreszeit spielt der Film im sonnigen Frankreich und soll beim Publikum für gute Laune sorgen, obwohl auch die schwierige Situation der arbeitslosen 40jährigen, die von ihrem Sohn getrennt wieder bei ihrer Mutter leben muss, thematisiert wird. Sie reicht aber in keinerlei Hinsicht an die beiden anderen genannten Komödien heran.

Erzählerisch knirscht es an allen Ecken und Enden. Was wie eine lockere Familienkomödie beginnt, driftet zunehmend in einen Familienzwist ab, der beim gemeinsamen Abendessen eskaliert. Lebte der Film anfangs noch von den beiden guten Hauptdarstellern und von der witzigen Konstellation, dass die Tochter nach all den Jahren wieder bei ihrer Mutter einziehen muss, bei einer alten Dame, die das Haus auf Anschlag aufheizt, heimlich ihren Nachbarn trifft und die Tochter morgens um sechs Uhr aus dem Bett wirft, wird die Stimmung schließlich zunehmend getrübt, wenn sich die Geschwister über das Erbe des Vaters und die aktuelle Situation der arbeitslosen Schwester zerstreiten.

Doch als Drama taugt der Film dann auch nicht wirklich, weil die Spannungen in der Familie allzu schnell zugunsten eines absurd glücklichen Endes abgebaut werden und die Aussöhnung allzu glatt läuft. Außerdem sind die Nebenfiguren, besonders der schnöselige Bruder und die boshafte Schwester der Protagonistin, heillos überzeichnet. Der Film, der seine Handlungsfäden allgemein nicht gut sortiert und zu vielen Stimmungsschwankungen unterliegt, beinhaltet damit letztendlich auch einige Längen, unterhält nur punktuell in seinen witzigeren Phasen wirklich gelungen. Den Kinobesuch ist die Komödie damit definitiv nicht wert.

Fazit:
„Willkommen im Hotel Mama“ ist eine anfänglich witzige, dann aber zunehmend unstrukturierte Komödie, die erst ins Tragische abdriftet, um die familiären Spannungen dann allzu umständlich und versöhnlich wieder aufzulösen.

43 %

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