Hochzeitsfeiern können Spaß machen – bis man merkt, dass man mit den Leuten an einem Tisch platziert wurde, die eigentlich gar nicht dabei sein sollten. So geht es neben Eloise auch diversen anderen Gästen und so versucht die Sechsergruppe, sich irgendwie damit zu arrangieren.
Nach wenigen Minuten hat man den Film und den weiteren Ablauf eigentlich erfasst und kann sich denken, was passieren wird. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, es kommt eben auf die Ausgestaltung an. Bei dem von Jeffrey Blitz inszenierten Werk hapert es dann aber an zu vielen Ecken. Das fängt bei den Figuren an, die zwar alle erwartbar unterschiedlich sind, aber eben auch ziemlich egal. Hier und da versucht man, ihnen etwas Profil zu geben, aber es will einfach nicht so recht zünden. Die im Mittelpunkt stehende Eloise (Anna Kendrick) durchläuft ein paar typische Mechanismen mit ihrem Ex, ein Hin und Her, der Rest läuft so mit.
Am meisten Spaß macht noch Walter (Stephen Merchant) in seiner leicht irren Art. Das Paar Jerry (Craig Robinson) und Bina (Lisa Kudrow) bleibt in seinem Konflikt uninteressant, Renzo (Revolori) eher zum Fremdschämen und Jo (June Squibb) zu sehr auf Mitleid getrimmt. Zu keiner Zeit ergibt das Gespann ein funktionierendes Ganzes im emotionalen Sinne. Das resultiert dann in einer recht geringen Witzquote, immerhin einen Lacher hier und da kann der Film noch für sich verbuchen. Auch versucht er sich zwischendrin immer wieder an ernsten Passagen, die er aber grundsätzlich vergeigt. Alles unterlegt von einer säuselnden Akustikklampfe schwabbelt die Geschichte ihrem Ende entgegen. Immerhin ist unter 90 Minuten Schluss und man kann sich die Sinnfrage stellen.
Funktioniert als Komödie so semi, in seinen Dramamomenten gar nicht. Immerhin ein paar Lacher, aber insgesamt schlecht ausblanciert, kaum etwas greift da spannend ineinander, zu generisch geschrieben und inszeniert. „Table 19“ macht aus einer allerwelts-Prämisse einen unausgegorenen Film. Da will kein Funke überspringen.