Beim Regiedebüt auf Nummer Sicher zu gehen, kann man dem Niederländer Martijn Heijne nicht unbedingt vorwerfen. „Scream“, Düstere Legenden“ und „Ich rieche noch immer, was du gestern Abend gegessen hast“ standen hier überdeutlich Pate für eine Slasher-Mixtur, der in einigen Belangen dennoch der Mut fehlt.
Bei einem studentischen Aufnahmeritual stirbt der Anwärter Eric im Eispool, doch der Gruppe um Merel und Boris gelingt es, das Geschehen wie einen unglücklichen Unfall aussehen zu lassen. Zwei Jahre später feiern eben jene Studenten im friesischen Sneek eine ausgiebige Party, doch ein Maskierter scheint etwas dagegen zu haben…
Wie viele niederländische Örtchen ist Sneek ein eher ruhiges Fleckchen, außer wenn im August eine der größten Segelveranstaltungen stattfindet und das Pendant zu Spring Break über die Bühne geht. Folgerichtig wird auch hier viel gefeiert, gesoffen und halbnackte Haut präsentiert. Immerhin gibt es auch einen kleinen Segelwettkampf.
Die Figurenzeichnungen fallen leider nicht allzu sympathisch aus und der obligatorische Stinkstiefel ist überdies an Bord. Bis der Vermummte zu Werke schreitet, ist durchaus ein wenig Geduld gefragt, denn das Partytreiben nimmt zuweilen etwas überhand. Keimt anfangs noch die Hoffnung auf, einige kreative Kills wie mit einer Nagelpistole in Szene zu setzen, finden nachfolgend manche Ableben im Off statt. Die wenigen Effekte sind passabel umgesetzt, doch etwas expliziter hätte die Angelegenheit gewiss bestritten werden können.
So wundert man sich kurz, wer denn überhaupt die luxuriöse Partybehausung angemietet hat, „Scream“ muss mit holländischer Spezialsynchro ziemlich abartig klingen und die Einnahme von Ritalin scheint beim jungen Volk zum Alltag zu gehören. Ein paar spannende und temporeiche Konfrontationen sind indes auszumachen und die Darsteller performen immerhin zweckdienlich, gleiches gilt für den Score und das Handwerkliche im Allgemeinen.
Wer auf konventionelle Slasher im Milieu junger Heranwachsender steht, bekommt somit brauchbare, jedoch nicht sonderlich innovative Kost geliefert. Ein paar wenige Humoreinschübe deuten an, dass in dieser Richtung deutlich mehr drin gewesen wäre, während eine Szene nach dem Showdown in eine völlig unpassende Richtung tendiert.
Genrefans können ergo eine Sichtung wagen, an die erwähnten Vorbilder kommt der Stoff jedoch nicht heran.
6 von 10