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Bei einem Ungetüm aus Ästen, Wurzeln und Feuer bekommen Monsterfans natürlich glühende Klüsen und man hofft, der Funke möge überspringen. Regisseur Sheldon Wilson geht mit seiner TV-Produktion auf Nummer sicher und präsentiert eine überraschend solide ausgearbeitete Kreatur, lässt die Protagonisten jedoch etwas zu ausgiebig jammern.

Auf der Insel Shelter Island braut sich an Halloween ein mächtiger Sturm zusammen, was die drei Schwestern Sarah, Marley und Emma jedoch nicht davon abhält, ihre Tante zu besuchen.
Dort angekommen, muss das Trio allerdings feststellen, das jemand oder etwas blutig hauste, denn ein alter Fluch scheint sich zu bewahrheiten…

Das Feuermonster lässt nicht lange auf sich warten und tritt bereits innerhalb der ersten Minuten in Erscheinung, als ein Hund vor Panik durchs geschlossene Autofenster springt und kurz darauf die Person hinterm Steuer erwischt wird. Klar, dass hier CGI zum Einsatz kommen, doch das stetig krabbelnde oder sich aufbäumende Wesen mit menschenähnlichen Proportionen ist recht detailverliebt animiert, nur spielt es zu häufig mit der Kamera, welche im Übrigen ein paar gelungene Fahrten aus der Vogelperspektive liefert und für einige spannende Perspektiven sorgt.

Leider bringen die drei Schwestern keinen sonderlichen Sympathiefaktor mit, besonders Küken Emma macht ihrem Trauma der im Auto verbrannten Eltern Luft, indem sie zu völlig ungünstigen Zeiten einfach wortlos abhaut oder in prekären Situationen jammert, was wohl in der Familie liegen muss und gegen Ende doch einen leichten Nervfaktor bildet.

Ansonsten kommt es zu zahlreichen atmosphärischen Momenten, etwa im Farn bedeckten Wald, auf einer nebeligen Landstasse, aber auch im Ortskern, als ein Gewitter tobt und für kurze Zeit Verschanzen in einem Diner vorgesehen ist. Als man hier auf ein paar Überlebende trifft, wird ein wenig Hintergrundstory geliefert, bevor es zurück in die Natur geht, um schließlich zum Finale in einem alten Kraftwerk zu landen.

Folgerichtig ist viel Bewegung im Spiel, zwar halten sich Actionszenen und direkte Konfrontationen im Rahmen, doch Verschnaufpausen oder gar Durchhänger sind nicht zu verzeichnen. Die FSK hatte indes gute Laune und zückte den 16er Stempel, obgleich einige entstellte Leichen, einschließlich herausgerissener Wirbelsäule und zermatschten Kiefer zu erblicken sind.

Im darstellerischen Bereich sind trotz gelungener Synchro leichte Abstriche zu verzeichnen, was das latente Gejammer der drei Schwestern noch verschärft. Demgegenüber steht ein wohlklingender, orchestraler Score mit einigen gelungen Themen, welcher die teils dichte Atmosphäre noch verstärkt.
Zwischen Funkenflug, Kühlraum und verschwundenem Auto vergehen die rund 82 Minuten recht flott und trotz einiger Mankos in Sachen Logik und Figurenzeichnungen dürften sich Genrefreunde mit geringen Ansprüchen durchaus heimisch fühlen.
6 von 10

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