Review

Hätte. Was. Werden. Können.
Wurde aber nichts. „The Burning Curse“, der anglifizierte Notfalltitel für die x-te Benennung eines Horrorfilms mit einem Titel nahe „The Hollow“, hätte durchaus eine solide kleine B-Film-Qualität gehabt, die filmische Treibjagd verschiedener Protagonisten durch ein unheimliches Wesen quer über eine zunehmend menschengeleerte Insel. Und Sheldon Wilson ist auch definitiv zwei Etagen über gängigen Asylum-Regisseuren einzuordnen.

Aber er kippt den Zuschauer praktisch formfrei ins Geschehen, buttert die namhafteste Darstellerin binnen dreier Minuten durch den obskuren Feuerfluch-Wolf und hetzt dem Publikum dann ein praktisch ununterbrochen streitendes, bitchendes, schreiendes und kreischendes Mädels-Trio auf den Hals, das innerhalb weniger Minuten den letzten Nerv rauben kann.
Rahmenbedingungen, Informationen rund um den Fall, Begründungen, generelle Hintergründe gibt es einfach alles nicht. Ganz nebenbei erfährt man, dass die jüngste Schwester offenbar krank ist und Medikamente benötigt (was sie hat und was sie braucht, wird nie geklärt). Sie pennt viel, wenn sie wach ist, heult sie. Wenn sie das mal nicht tut, hat sie unerklärliche Visionen, was dem Zuschauer wilde Zusammenschnitte vom noch zu erwartenden Restfilm beschert und verpisst sich ständig in den unpassensten Momenten.

Das führt dann dazu, dass die beiden Restschwestern, die sich auch nicht leiden können, andauernd ihren Namen brüllend durch Feld, Wald und Flur rennen, vorzugsweise bei einer tödlichen Bedrohung, die verdammt gut hören kann. Da kann man die Uschis warnen, bitten, anflehen – nichts hilft, alles brüllt nach Kräften nach der Deppenschwester, so dass die Nebenrollen alle drauf gehen müssen, weil das Monster solche Einladungen natürlich nicht abschlagen kann.

Ach ja, das Monster.
Solange es noch im Wald knistert und die Nebel wallen, ist alles töfte. Dann kommen die ersten Feuereffekte, die schon ziemlich auffällig unecht sind.
Dann kommt das Monster, unerklärlicherweise ein semihumanoides Schlingpflanzengeschöpf (das natürlich durch jede Öffnung wuchern kann), in dessen Inneren es glost und brennt. Leider ist diese Computerkreation ziemlich enttäuscht, nicht ganz so schlecht wie in anderen Billigproduktionen, aber überzeugend geht auch anders.
Warum das so ein Vieh ist, wird auch nie geklärt, irgendwann hat „The 100“-Hackfresse Richard Harmon seinen wie übliche missmutigen Kurzauftritt und sabbelt etwas von Hexenverbrennungen vor Jahrhunderten und Wiedergängern in ganz neuer Form. Und hundertjährigen Flüchen.
Tja, und schwups ist er tot und die ganze Restinsel auch. Warum das Vieh in einer Nacht eine halbe Stadt auslöschen kann, aber an drei hysterischen Zicken mit Zielscheiben auf dem Rücken stetig scheitert, erscheint auch nicht logisch. Praktischerweise gibt es keine Waffen, nur ein Zeitlimit – und das muss man dem Monster im Finale dann auch noch extra sagen.

Ich würde „Burning Curse“ wirklich gern an mich drücken, aber ich mag meine Filme doch ganz gern mit Rahmen und nicht notgedrungen vor die Füße gekotzt, da kann Sheldon ein noch so kompetenter B- bis C-Film-Regisseur sein, der aus Mini-Budgets Zaubereien erschafft.
Handwerklich halbwegs kompetent, beschränkt sich das Skript einfach nur darauf, die Figuren immer im entscheidenden Moment das gänzlich Falsche machen zu lassen, stets die falsche Entscheidung zu treffen und ihren Gegenübern niemals zuzuhören, meistens aus nichtigen persönlichen Gründen oder weil es so schön ist, „kreisch“ zu machen. Musterbeispiel für „idiot plot“, daher nur 3/10.
Schade um die schöne Location!

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