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An die Reihe von „Cube“ mögen sich einige Filmfreunde vielleicht nur noch dunkel erinnern, „Maze Runner“ und die „Tribute von Panem“ fassen aktuell schon eher zusammen, in welche Richtung das Regiedebüt von Francesco Cinquemani tendiert. Oder tendieren wollte, denn ein roter Faden ist nur schwerlich auszumachen.

Im Jahr 2154: Zehn einander Fremde erwachen ohne Erinnerungen in einem weitläufigen Industriekomplex, isoliert und völlig auf sich allein gestellt. Adam (Alec Baldwin) leitet das Spiel, bei dem es am Ende nur einen Sieger geben kann, doch auf einmal versagt die Elektronik…

Die Prämisse klingt nur allzu vertraut, - taugte sie bereits so manches Mal für packende Kammerspiele und fiese Spießroutenläufe. Mit Fallen wird hier allerdings gegeizt, stattdessen erscheinen in unregelmäßigen Abständen vermummte Kämpfer, die den Teilnehmern zusetzen oder sie in andere Räumlichkeiten lenken. Leider erhalten die Figuren noch nicht einmal Namen, es gibt kaum Hintergründe der Protagonisten und somit kristallisiert sich kein wirklicher Sympathieträger heraus.

Zwar erfolgt nach einer Viertelstunde eine kleine Klopperei und es folgen im Verlauf weitere, doch das allein treibt die Handlung nicht genügend voran, zumal die Fights allenfalls zweckdienlich ausfallen und nur durchschnittlich choreographiert sind.
Die Ahnungslosen hangeln sich von einen kargen Raum zum nächsten, während Adam die virtuellen Fäden im Rahmen einer Fernsehshow zieht und kleine Verschwörungen mit dem Kanzler (Danny Glover) kaum Licht ins Dunkel bringen.

Indes versagt das Drehbuch zwar beim Elementaren, doch im Detail wird versucht, einen Kniff nach dem anderen einzubetten. Der Zuschauer kann Wetten abgeben, stirbt jedoch im Falle des scheiternden Kandidaten zur gleichen Zeit, Nano-Kameras liefern umfassende Informationen und nachdem einige Teilnehmer ihre Erinnerungen wieder finden, klären sich vereinzelt Hintergründe der Veranstaltung auf. Jedoch beileibe nicht alle, denn dafür bleibt das Skript zu unausgegoren.

Den Mimen ist bei alledem wenig vorzuwerfen, der Score erzeugt sogar eine Dynamik, die in Bildern niemals zustande kommt und ein paar futuristisch anmutende Momentaufnahmen können sich ebenfalls sehen lassen. Der Look kommt keineswegs billig daher, doch die Willkür der Handlung lässt das Treiben über weite Teile amateurhaft aussehen.

Ein ausgearbeitetes Konzept schien bei Drehbeginn zumindest kaum vorgelegen zu haben, weshalb einige Momente im Nachhinein wenig bis gar keinen Sinn ergeben, - da können auch vertraute Gesichter von Glover und Baldwin nichts mehr ausrichten. Die Fights erzeugen zu wenig Spannung, die Räumlichkeiten bieten kaum Abwechslung, die wenigen Effekte sind zwar passabel in Szene gesetzt, doch der Rest entpuppt sich als Stückwerk, welches selbst mit geringem Anspruch Kopfschütteln im Minutentakt verursacht.
3 von 10

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