Review

Inspiriert durch wahre Ereignisse? Meint Regisseur Tom Nagel etwa die Idioten, die eine Zeit lang die Öffentlichkeit mit Clownsmasken unsicher machten oder spielt er gar auf die Ereignisse in Derry an, wo es alle 27 Jahre zu einer Reihe von Morden kommt und das Böse in der Kanalisation haust?
Clowns spielen natürlich eine wesentliche Rolle, doch mehr als einen Slasher in C-Ausstattung sollte man nicht erwarten.

Die Paare Brad und Sarah, Mike und Jill suchen den kürzesten Weg zu einem Konzert und verirren sich in der Geisterstadt Clinton, in dem ihr Wagen schlapp macht. Nach kurzer Zeit tauchen bewaffnete Typen in Clownskostümen auf, die sogleich die Jagd eröffnen…

Mit der Exposition packt Nagel all jene Betrachter, die auf dichte Atmosphäre und Hochspannung setzen, als ein Kindermädchen (welches innerhalb der ersten drei Minuten ihre Hupen entblößt) feststellt, dass sich neben den vermeintlich schlafenden Kindern noch jemand im Haus befinden muss. Mit einem Zeitsprung von 15 Jahren geht es zu den Paaren, die nach Zwischenstopp im Diner in dem verwaisten Ort landen.

Auf Figurenzeichnungen wird weitgehend verzichtet, allerdings erhalten auch die Killerclowns keinen Background. Aus einem wurden mehrere, nahezu alle ehemaligen Einwohner sind geflohen, doch eine andere Motivation außer der reinen Jagd – und Mordlust wird nicht ersichtlich. Muss aber auch nicht, denn Clowns sind nun mal durch und durch böse.

Wobei die Besetzung jener Kostümierten recht gut gelungen ist. Die Killer unterschiedlichen Aussehens kommen grimmig daher, sind sehr sorgfältig geschminkt und machen keine Gefangenen, sondern verbreiten mit dem latenten Benutzen von Brecheisen oder Baseballschläger an Wänden oder Fenstern regelmäßig Terror. Die Gewalteinlagen fallen demgegenüber weniger graphisch aus: Es gibt Messerstiche im Bauch, einen Enterhaken im Hals, einen mehrfach gebrochenen Kiefer und eine Menge harter Schläge im Off, wobei Anblicke der entsprechenden Opfer ausgeklammert werden.

Ein ordentliches Tempo ist fast durchweg zu verzeichnen, die Ausstattung der Schauplätze ist mit alten Fahrzeugen, verwaisten Gebäuden und der isolierten Grundstimmung gut gelungen und auch der Score, dessen Hauptthema unweigerlich an „Halloween“ erinnert, vermag phasenweise Akzente zu setzen, während die Kamera mindestens solide arbeitet und die Ausleuchtung zumeist stimmungsvoll, aber selten zu spärlich eingesetzt wird.

Natürlich liefert das Treiben keine Innovationen oder überraschende Wendungen, darstellerisch sind speziell auf Seiten der Überlebenskämpfer Abstriche zu machen und auch irrationale Verhaltensweisen lassen einige Male Kopfschütteln entstehen, während die Clowns sich offenbar rasch von A nach B beamen können, jedoch nicht imstande sind, halbgare Verstecke ausfindig zu machen.

85 Minuten Genrekost böten einen passablen Einstieg für eine Halloween-Party, Freunde des Slashers werden ebenso einigermaßen bedient, denn was die Gewalteinlagen vermissen lassen, vermag die Atmosphäre über weite Strecken zu kaschieren.
Knapp
6 von 10

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