Wie bei enigen meiner übrigen Reviews soll hier das Fazit zu Beginn stehen, ehe ich mich der Begründung und den Details widme, die dazu führten:
Ich halte den Film über weite Strecken für äußerst dicht (Atmosphäre) und gelungen.
Dies liegt an einer ganzen Reihe von Punten:
- gelungene Filmmusik (die allerdings wirklich nur im traditionellen Sinne von Filmmusik zusammen mit dem Film funktioniert und letzteren unterstützt)
- über weite Strecke überzeugende Darsteller und auch Figurenzeichnung (vor allem die weiblichen Darsteller).
Probleme sehe ich im Detail: So charakterisiert sich Gemma A in ihrer Rolle einmal als eher schlechter Mensch, was aber durch ihr Tun in keinster Weise nachvollziehbar ist- verhält sie sich doch von allen Figuren am moralischsten. Leider erfährt man fast nicht über ihre Vergangenheit.
Allgemein eine Sache, die mich verwundert hat: Körperlichkeit spielt bei den meisten Figuren eine sehr geringe Rolle.Das mag natürlich meist den Umständen geschuldet sein, denn bedroht von Tod und Chaos kann darauf nicht die Priorität liegen, aber es erklärt dies nicht komplett (dieser Umstand wird von Gemma A., die eine schöne Frau ist, selbst thematisiert im Interview). Es gibt nur zwei Szenen, die dieses Bedürfnis der Figuren zart andeuten: eine ist als Gemma A. dem Mädchen am Beginn des Films durch die Haare streichelt (Berührungen sind eigentlich wegen der Bissgefahr verboten) und die zweite als der Soldat im Lager ein Erotikheftchen durchblättert.
Gemma A. ist gegen Ende des Films letztendlich auch zu einem Leben ohne Sex verurteilt - wahrlich keine schöne Vorstellung.
- die Handlung ist meines Erachtens nicht vorhersehbar, greift aber Ideen auf, die schon Romeo in "Day of the Dead" (dem dritten Teil seiner Kultzombieserie) hatte - auch hier geht es um den Versuch eines Zusammenlebens zwischen Menschen und abgerichteten Zombies.
- weitgehend gelungen ist die Idee die Figur der Melanie in de Vordergrund zu stellen, die äußerst intelligent ist und so tatsächlich weite Teile des Films tragen kann. Diese verbündet sich eine Weile mit den Menschen, nur im letztendlich das sichere Ende der Menschheit einzuläuten. Hier geht der Film einen Weg, den man subektiv nachvollziehen kann, der die bislang aber recht moralisch agierende Figur in ein amoralisches Licht setztt. Statt sich selbst für ihre Gönnerin zu opfern für den Impfstoff, der die Menschheit retten könnte entscheidet sie sich für das sichere Ende der Menschheit. Ob ihr Plan aufgeht, dass die zweite Generation Zombies- zu der sie selbst zählt- lebensfähig ist und auch eine ausreichend lange Lebenszeit zum Lernen hat und fortpflanzungsfähig ist bleibt offen (ansonsten droht das gleiche Ende wie der ersten Generation Zombies, die zu Sporenpflanzen werden - für die es dann aber keine menschlichen Wirte mehr geben wird).
An meinen letzten Sätzen kann man schon sehen, dass die Schwachstelle des Films der Schluss ist. Hier saufen Atmosphäre und Logik leider auf der Zielgeraden ab.
- Der Film ist in seiner Gestalt so, dass er definitv Lust auf mehr gemacht hätte -diese Chance verschenkt man leider mit dem aus meiner Sicht blöden und unlogischen Ende vollkommen und könnte höchstens noch ein Prequel nachschieben (was in Buchform schon geschehen ist)
Dennoch eine starke Empfehlung von mir sich den Streifen anzuschauen. 7 Punkte aus meiner Sicht als Cineast - Generefans dürfen gerne noch einen Punkt dazuzählen.Definitiv einer der besseren Zombiefilme bis dato.