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Zwar suggeriert das Cover einmal mehr einen wuchtigen Auftritt des legendären Krampus, doch etwas anderes als einen gängigen Slasher in weihnachtlicher Umgebung sollte man nicht erwarten.
Autor und Regisseur Todd Nunes orientiert sich bei seinem zweiten Langfilm an Genreverwandte der 80er, insbesondere „Stille Nacht, Horror Nacht“ hat es ihm offenbar angetan.

Zurück vom College wollte Rachel eigentlich ruhige Weihnachtsferien genießen, doch unerwartet taucht ihr Ex auf, während bei der Nachbarin Mrs. Garrett gemeinsam mit zwei Freundinnen das Haus gehütet wird, deren Tochter vor Jahren spurlos verschwand. Im Keller des Hauses kommt sie einem düsteren Geheimnis auf die Spur…

Immerhin lässt der Killer nicht lange auf sich warten und metzelt innerhalb der ersten fünf Minuten eine Familie nieder. Die Kostümierung als Weihnachtsmann mit schwarzer Gesichtsbedeckung erinnert zwar aus der Distanz ein wenig an Krampus, doch gruselig kommt der Tunichtgut trotz großer Heckenschere nicht rüber. Allerdings punkten seine per Hand in Szene gesetzten Bluttaten, denn jene Schere dringt problemlos durch einen ganzen Schädel, nützt beim Kastrieren und Abtrennen von Fingern, als auch beim tiefen Schnitt in die Kehle. Ist die Schere gerade nicht in der Nähe, tut es eine Machete, notfalls wird eine Lichterkette zweckentfremdet.

Rachel und ihre Freundinnen sehen sich derweil im Haus der Nachbarin um, welche nicht nur ein Faible für kunterbunte Weihnachtsdekoration hat, zudem finden sich einige umgestaltete Schaufensterpuppen in der Wohnung, was offenbar im Zusammenhang mit der verschwundenen Tochter steht. Dass Mrs. Garrett nicht alle Latten am Zaun hat, wird binnen weniger Szenen deutlich, das Familiengeheimnis ist ebenfalls frühzeitig erahnbar.

Ohnehin gestaltet sich das Treiben alles andere als originell, denn bei jeder frisch eingeführten Figur handelt es sich um namenloses Kanonenfutter, überwiegend junge Leute, die Sex vor der Ehe frönen, was genrebedingt ohne Umschweife sanktioniert wird.
So verläuft die Chose weitgehend vorhersehbar, selbst die kleinen Wendungen gegen Finale fallen nicht überraschend aus.

Inszenatorisch orientiert sich das Werk weitgehend an Vorbilder früherer Jahrzehnte. Die Ausstattung ist minimalistisch, wobei diverse isolierte Situationen innerhalb bunter Weihnachtsdeko durchaus Atmosphäre aufkommen lassen. Die Kamera ist phasenweise effektiv positioniert, nur der Schnitt arbeitet zuweilen ruppig, wodurch unsanfte Szenenübergänge entstehen. Darstellerisch wird eher unterdurchschnittliche Kost geliefert und auch der Score vermag keinerlei Akzente zu setzen.

Das wiederum gelingt dem Werk insgesamt nicht, denn dafür offenbart es zu wenig Eigenständigkeit und bietet allenfalls innerhalb der Morde Ansätze in Sachen Kreativität.
Freunde mit Vorliebe für altbackene Slasherkost werden eventuell zufrieden gestellt, das eine oder andere Déjà-vu ist allerdings vorprogrammiert.
4,5 von 10

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