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Arnie als Adonis mit Herz und Hirn - Flotte Komödie

Amerika im Jahre 1952. In einem wissenschaftlichen Experiment werden die Erbanlagen einer prächtigen Blondine mit denen von sechs Supermännern gekreuzt. Klar, daß das Resultat dieses Versuchs ein echter Wunderknabe ist: Julius (Arnold Schwarzenegger).

Doch wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Während Julius einen wahren Cocktail positiver Eigenschaften erbt, bekommt sein Zwillingsbruder Vincent (Danny DeVito) nur die Laster und Makel seiner sechs Väter in die Wiege gelegt. Unmittelbar nach ihrer Geburt werden die ungleichen Zwillinge voneinander getrennt. Julius, dank manipulierter Natur groß, stark und gütig, wächst in der traumhaften Umgebung einer einsamen Tropeninsel auf. Wohlbehütet wird er in den hohen Künsten der Geisteswissenschaften unterrichtet und reift zu einem Genie heran. Erst an seinem 35. Geburtstag erfährt er von der Existenz seines Zwillingsbruders Vincent.

Dieser lebt in Los Angeles und hat sich inzwischen der Förderung seiner niederen Instinkte hingegeben: klein, häßlich und garstig hat er nur Frauen und Geld im Sinn. Um von beidem so viel wie möglich zu bekommen, stiehlt und betrügt er, wo immer er kann. Allerdings mit bescheidenem Erfolg, denn trotz seiner kleinkriminellen Aktivitäten ist er ständig Pleite. Kein Wunder, daß er schon bald die Schlägertruppe eines üblen Kredithaies am Hals hat.

Und just in diesem Moment taucht Julius auf: stark, naiv und von dem kindlichen Wunsch beseelt, gemeinsam mit seinem Bruder die verschollene Mutter zu finden. Für Vincent der perfekte Bodyguard...

Regisseur Ivan Reitman, der sich mit Komödien wie "Ich glaub' mich knutscht ein Elch" und "Ghostbusters" einen Namen gemacht hat, ist mit "Twins" ein wirklich flotter Streifen geglückt. Auch wenn man sich kaum vorstellen kann, daß Arnold Schwarzenegger, den man eher mit markigen Auftritten im Stile von "Predator", "Eraser" oder "Terminator" in Verbindung bringt, daß Zeug zum Komödianten hat - er schafft es perfekt. Was in "Junior" oder "Kindergarten-Cop" kläglich in die Film-Hose ging, gelingt in diesem Streifen: die Rolle des immer gut gelaunten, ständig grinsenden und naiven Sunnyboys scheint Arnie wie auf den Leib geschneidert zu sein. Und bereits nach kurzer Zeit ist der Zuschauer klar auf seiner Seite, die Rolle ist so angelegt, daß man ihn einfach mögen muß.

Auch Danny DeVito spielt seinen Part souverän herunter. Mit der Rolle des hinterlistigen Giftzwerges stellt Vincent das genaue Gegenteil von Julius dar, was besonders am Anfang des Filmes, wenn die Zwillinge sich zum ersten mal über den Weg laufen, in einigen witzigen Szenen mündet.

Der Rest des Casts setzt sich aus mehr oder weniger Unbekannten Schauspielern zusammen, was aber völlig unproblematisch ist, da die Story ohnehin komplett auf die beiden Hauptdarsteller zugeschnitten ist. Lediglich das Gesicht von Bonnie Bartlett in der Rolle der alternden Mutter dürfte dem ein oder anderen bekannt vorkommen.

Fazit:
Viel Witz und Tempo, genau die richtige Portion Gefühl und zwei Hauptdarsteller in toller Form. Kurzweilige Komödienunterhaltung in Reinkultur. Klasse.

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