Review

kurz angerissen*

Perspektive eines Außenstehenden: Ohne Vorwissen zur Videospielgeschichte, zum begleitenden aktuellen Ableger „Final Fantasy XV“, zu Mangas oder sonstigen medialen Ablegern des japanischen Fantasy-Universums eignet sich ein Abend mit „Kingsglaive“ ideal zur Nervenbetäubung nach einem langen Tag in der realen Welt. Damit stellt er sich in eine Reihe mit „Advent Children“ (2005), der ebenfalls hauptsächlich mit einem Nonstop-PC-Feuerwerk glänzte, das man einfach wie eine Monsterwelle hinwegrollen lassen konnte, während man am Meeresgrund Muscheln zählte – anders als der unter „CGI-Revolution“ vermarktete „The Spirits Within“, der auch Ambitionen aufwies, eine nachvollziehbare Scnience-Fiction-Geschichte zu erzählen.

Der Mix aus Mittelalter-Szenerie und technologisch geprägter Science Fiction verknüpft Reize für ein modernes Publikum, das Game-Of-Thrones-Episoden binge-watcht und sich dabei nur von Werbespots eines Autoherstellers unterbrechen lässt, der sich Fortschritt und Pioniersgeist auf die Flagge geschrieben hat. Folglich grenzen aalglatte High-Speed-Autobahnstrecken an alte Schlösser und überdimensionale Schwerter schneiden sich ihren Weg durch frischen Asphalt, während die Funken fliegen. Alles inszeniert in Computergrafik, die den Filmfreund unbemerkt in Letsplay-Sphären verschlägt, nimmermüde kreiselnd, um Kollisionen und Explosionen noch dynamischer zu gestalten. Die Grafik noch einmal leicht über dem Niveau der Zwischensequenzen aktueller Videospiele, ohne der Realität jedoch zum Zwilling geraten zu können, dafür immer mit einem Bein im Uncanny-Valley-Effekt verfangen.

Worum es überhaupt geht? Das ist eine Frage, die Kenner beantworten müssen...

*weitere Informationen: siehe Profil

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