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iHaveCNit: Jahrhundertfrauen (2017)

Da ich mir gerne Arthouse-Filme ansehe, wollte ich mir im Heimkino das Independent-Drama „20th Century Women“ nicht entgehen lassen, den ich im Kino verpasst habe. Und ich wurde wieder mal nicht enttäuscht, sogar positiv überrascht. Mit „Jahrhundertfrauen“ bekommen wir einen sehr intelligenten und eleganten Film.

Wir befinden uns in Santa Barbara, 1979 und erleben die Geschichte von der alleinerziehenden Dorothea und ihrem Sohn Jamie, den sie allein groß zieht. In den turbulenten Zeiten der Welt Ende der 70er und bei seinem Heranwachsen sieht sie sich einer großen Herausforderung gegenüber, so dass sie sich die Unterstützung von der Untermieterin Abbie und der guten Freundin Jamies, Julie holt, um ihm bei seiner Entwicklung zu helfen.

Der Film war einmal bei den diesjährigen Academy Awards nominiert – beim Originaldrehbuch. Und das kann ich voll und ganz nachvollziehen. Der Film bietet extrem viel. Er geht auf geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklungen ein, auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Mann und Frau, um Kultur, um Politik, und um so viel mehr. Jeder der Charaktere im Film ist so unglaublich gut und fein geschrieben. Der Aufbau des Films mit einer doppelten Voice-Over-Narration durch Dorothea und Jamie, tollen Kameraufnahmen, aus dem Leben gegriffenen Situationen, die nur gering overacted sind. Das alles kann für die 119 Minuten extrem ermüdend, schwer und vollgeballert sein, aber dem Film gelingt das Kunststück, das alles mit einer natürlichen Leichtigkeit zu präsentieren. Er lässt die Darsteller mit Anette Benning, Elle Fanning, Greta Gerwig, Billy Crudup und Lucas Jade Zumann in ihren super geschriebenen, vielschichtigen Charakteren mit einer gewissen Zurückhaltung aber fast natürlicher Perfektion spielen. „Jahrhundertfrauen“ ist dort durch seine Intelligenz und seine Eleganz so unglaublich toll aufgebaut, dass er als „Coming-of-Age-Drama“ nicht die Bedeutungsschwere manch anderer Filme annimmt, sondern diese gewisse Leichtigkeit und Wärme mitbringt, so dass es ihn zu einem „Feel-Good-Film“ macht.

„Jahrhunderfrauen“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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