Seit einigen hundert Jahren gilt Shakespeares „Macbeth“ als eine der inspirierenden Tragödien der Weltliteratur und zudem entstand mit ihr ein Aberglaube: Schauspieler bezeichnen das Drama deshalb vorzugsweise als „Das schottische Stück“, anstatt den Namen auszusprechen, denn das soll gewaltiges Unglück bringen.
Autor und Regisseur Phil Wurtzel baut leider kaum darauf auf, sondern verzettelt sich mit zu vielen Dialogen und wenig Spuk.
90 Tage muss die Gruppe junger Leute um Vivian (Shelby Young) noch gemeinnützige Arbeit leisten. Dies geschieht im abgelegenen Cawdor Barn Theatre unter der Leitung von Lawrence (Cary Elwes). Macbeth steht auf dem Spielplan, als Vivian beim Stöbern eine verschlüsselte Botschaft auf VHS entdeckt: Ist das Stück verflucht oder versucht jemand Kontakt zu ihr aufzunehmen?...
Leider birgt das Treiben nur wenig Paranormales. Anfangs, als Vivian an der Bushaltestelle wartet, tauchen unvermittelt hexenartige Gesichter auf, doch kurz darauf wird klar, dass die junge Frau unter einem extremen Trauma zu leiden scheint, welches mit Halluzinationen einhergeht. Im Camp angekommen, werden zunächst breit und lang die Regeln erklärt, bis es irgendwann zum Vorsprechen kommt. Wobei Macbeth als Stück zu keiner Zeit analysiert oder interpretiert wird, - einzelne Szenen auf der Bühne ergeben ergo wenig Sinn.
Negativ wiegt jedoch, dass einfach nichts Bewegendes passiert. Hin und wieder werden Vivians Erinnerungen als kurze Inserts eingeblendet, Visionen finden nur andeutungsweise statt, während Geistererscheinungen nahezu gänzlich außen vor bleiben. Im Grunde ereignet sich 80 Minuten lang nichts was Spannung erzeugt und auch danach geht es eher schleppend voran.
Der Showdown in einer Gewitternacht birgt einen mageren Gewalteinsatz und eine minimale Temposteigerung, der dazugehörige Twist überrascht allerdings kaum. Immerhin können Elwes und Young auf darstellerischer Ebene noch ein wenig retten, Kamera und Score sind indes nicht wirklich auf der Habenseite zu verbuchen.
Eine eigentlich einladende Prämisse zwischen Boot-Camp, unheimlichen Scheunentheater und tragischen Hintergründen hätte genügend Stoff für Gänsehaut bereitgestellt, doch diesbezüglich fehlt Wurtzel komplett das Händchen. Die rund 100 Minuten Laufzeit ziehen sich merklich, während Atmosphäre und Spannung überwiegend auf der Strecke bleiben.
Ein unspektakuläres, zähes und viel zu geschwätziges Stück.
3 von 10