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Obgleich das Remake des Sandalenfilmklassikers „Ben Hur“ von 2016 wenig Anklang fand, schickte sich die Plagiatsschmiede Asylum an, ihre eigene Wald- und Wiesen- Version zu produzieren und ihr vorsichtshalber den Titel „In the Name of Ben Hur“ zu verpassen. Man ahnte wohl schon, dass sich die historischen Fakten komplett widersprechen könnten.

171 v. Chr. hat sich der Gladiatorenkämpfer Ben Hur in aller Stille zurückgezogen, doch als Jugendlichen in einem von Römern besetzten Dorf Unrecht widerfährt, greift der ehemalige Kämpfer ein. Er trainiert den jungen Adrian und sein Gefolge, doch die Römer schwören auf Rache und heuern ihrerseits sechs fiese Söldner an…

Es könnte sein, dass hier mehr Pferde als Statisten mitspielen, denn eine Arena mit Zuschauern oder ein klassisches Wagenrennen sollte man nicht erwarten. Vielmehr mutet das Treiben wie eine Aufführung eines Freilichttheaters an, welches wahllos Motive aus „Robin Hood“ und „Braveheart“ verwurstet. Bei alledem waren Kaiser Nero und Ben Hur anno 171 v Chr. noch gar nicht existent, kooperierende Amazonen aus aller Herren Länder zu der Zeit ebenfalls nicht sonderlich gefragt, auch „Expendables“ gab es etwas später.

Autor und Regisseur Mark Atkins („6-Headed Shark Attack“) ist nicht gerade ein Aushängeschild subtil ausgeklügelter Drehbücher und Fachmann unvergesslicher Schauwerte. So bleibt es über weite Teile bei Szenen schlicht angelegten Raufhandels, was vornehmlich in Zeitlupe wiedergegeben wird. Hier und da fliegen einige Pfeile, manche Typen landen im Dreck, für fiese Gewalteinlagen oder zumindest glaubwürdig dargestellte Platzwunden bleibt indes keine Zeit.

So bilden die Kampfszenen den eigentlichen Kern der Geschichte, die in einem überaus kleinen Kosmos stattfindet. Anfangs werden noch kleine Miniaturbauten unter Zuhilfenahme von CGI in die Landschaft geworfen, später wird auf derartige Schnörkel komplett verzichtet und die Handlung in einen austauschbaren Wald verlegt, wo entsprechende Wege durch noch nicht vorhandene Fahrzeuge vorgeprägt sind. Immerhin rast gegen Ende noch ein Streitwagen über den Strand, obgleich beides nicht so recht in den vorherigen Kontext passt.

Nicht ganz schlecht sind die Besetzung der halbwegs fähigen Mimen und der bemühte Score, die Chose mit etwas Chor und Rhythmus nach vorne zu treiben. Der Rest ist Kindergeburtstag mit Kostümramsch aus dem Theaterfundus und einer Waffenqualität, die beim Zwiebelschneiden das Heulen anfangen würde. Schlechtere Fights gab es wahrlich schon, doch ein dümmeres Drehbuch im Zusammenhang mit Ben Hur wohl nicht.
3 von 10

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