Uwe Bolls (vorerst) letzter Film spricht ihm wieder mal aus seinem Herzen. Denn wer Interviews, Audiokommentare oder Statements von ihm kennt, weiss das der Mann ähnlich tickt wie seine Filmfigur Bill und diese nur sein Sprachrohr ist. Nur das der Regisseur eben mit Independentfilmen um sich schmeisst, anstatt mit Granaten und Flammenwerfern.
Mit den drei Filmen um den eigentlich sympathischen Psychopathen, hat er in eine Kerbe geschlagen, die sogar seine stärksten Hasser ansatzweise gut finden oder sogar respektieren, weil sie nicht im Trash münden, sondern sogar eine ernste Aussage haben. Eine politische Aussage, die klar und einfach zu verstehen ist, aber wohl für den großen Teil der filmsehenden Gesellschaft zu verachtend und reißerisch sein wird, weil sie offen mit schwierigen Themen umgeht. Denn gerade die auf Krawall gebürstete Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage der Welt macht die Reihe so interessant und einzigartig.
Bills Charakter will diese Welt verändern, tut es aber eben auf seine blutige Art und Weise, weil er keinen anderen Ausweg sieht und sich geistig überlegen fühlt. Und ausgerechnet der letzte Teil, der nochmal den Höhepunkt darstellen sollte, hatte es am Schwierigsten: obwohl die Finanzierung sogar über Crowdfunding (Mitfinanzierung durch Fans) stattfand, sieht das satirische Thriller- und Mediendrama besser aus als die letzten drei Boll-Schundfilme zusammen. Wenig Geld und viel Enthusiasmus brachten den Hessen dazu mit einfachen, aber effektiven Mitteln zu arbeiten. Und die Hauptarbeit leisten für ihn oftmals sowieso die Schauspieler.
Wer also eine plumpe Gewaltorgie mit reichlich roten Saft erwartet, wird überrascht sein wie hintergründig das düstere Rachedrama vonstatten geht. Leider bietet Uwe nur eine Erweiterung zu den ersten beiden Filmen, der nicht viel Neues aufzeigt, aber immer noch genügend Stoff zum Nachdenken anbietet. Für mich eine klare Empfehlung!