Ein fähiger Regisseur muss nicht zwangsläufig eine Filmhochschule besucht haben, aber es hilft ungemein, wenn es darum geht, Stilmittel gezielt einzusetzen und die Geschichte flott und unterhaltsam vorzutragen. Genau dies wird Regisseur und „Slipknot“-Frontmann Shawn Crahan zum Verhängnis.
LA: Officer Downe (Kim Coates) ist ein knallharter Cop, der bei seinen Alleingängen Berge von Leichen anhäuft und grundlegend keine Gefangenen macht. Als Gable (Tyler Ross) zur Überwachungseinheit von Downe beordert wird, beginnt dieser zu hinterfragen, wie Downe immer wieder aufs Neue zum Leben erweckt werden kann…
Als Vorlage diente ein Comic, was bereits mit den ersten Einstellungen ersichtlich wird, welche ebenfalls comichaft ausfallen. Die Mischung aus „Robocop“ und „Sin City“ wirkt anfangs noch einigermaßen ansprechend, Coates scheint die ideale Besetzung für den fluchenden Cop zu sein und einige Nebenfiguren als auch die Gangsterbande Fortune 500, die ausschließlich mit Tiermasken rumlaufen, schüren ein wenig Interesse.
Doch die Geschichte um den Frankenstein-Cop, den telekinetischen Aufbaukräften und dem zweifelnden Jungspund ist rasch erzählt und kommt auf Dauer sehr eindimensional und beliebig daher. Downe metzelt sich durch die Gegnerschaft, wird tot von seinem Team aufgelesen und anschließend reanimiert und die Sache geht an einem anderen Ort von vorn los. Dazwischen tummeln sich viele unnötige Dialoge oder unpointierte Erotikszenen, bei denen ein Orgasmuszähler eingeblendet wird.
Aufgrund der dünnen Story setzt Crahan auf saftige Action mit hohem Bodycount. Viele arg überzogen blutige Einschüsse und zwei heraus hängende Augäpfel, zerschossene Schädel und herumliegende Gliedmaße ermüden jedoch nach einer Weile, während die visuellen Spielereien auf Dauer nerven und Kopfschmerzen verursachen. Wilde Schnittgewitter, unterschiedliche Framerates, diverse Farbfilter und Überlappungen im Millisekundentakt sorgen für unnötige Hektik, so dass einigen Actionszenen komplett die Übersicht fehlt.
Humorige Einlagen sind nur mit der Lupe zu finden, spannende Momente bilden Mangelware und auch darstellerisch sind nicht viele Leuchten an Bord. Der Score ist okay, einige Masken und Kostüme fallen originell aus, was man von der Geschichte wahrlich nicht behaupten kann.
Nicht jeder Comic eignet sich zur Verfilmung und nicht jeder Filmemacher hat ein Händchen für Stil und Coolness, was „Officer Downe“ nach 91 Minuten in den meisten Belangen untermauert.
3,5 von 10