Review

Als die Credits in Neongrün eingeblendet werden, wird unverkennbar: eine Verfilmung von R.L. Stine, dem seinerzeit mit der Reihe „Gänsehaut“ der große Durchbruch gelang. Die darauf folgenden Verfilmungen in Spielfilmlänge gerieten überwiegend durchschnittlich und ließen den schwarzhumorigen Charakter der Serie ein wenig vermissen, was auch auf den vorliegenden Streifen zutrifft.

Tara und Nicky sind die besten Freunde von Max, welche allerdings nur er sehen kann, da die beiden Geister sind. Um mehr über den Verbleib ihrer Eltern herauszufinden, kontaktiert er den Moderator Simon, der zwecks Reality-TV einen Coup in einer Geistervilla plant.
Noch ahnt Max nicht, dass der Ghoul Phears von Simons Körper Besitz ergriffen hat, um ihn und die Geister in eine Falle zu locken…

Als kein geringerer als Danny Trejo als Oberbösewicht innerhalb der ersten Minuten in Erscheinung tritt, schürt das ein wenig Hoffnung auf eine eher grimmige Nummer, doch der Stoff von Stine bleibt seiner Linie treu und ist nach wie vor für Heranwachsende im Alter von 10 bis 14 Jahren konzipiert. Und dem ist angesichts des flotten Tempos und einiger sympathischer Figuren zunächst wenig anzukreiden.

Max als Außenseiter hat einige Probleme mit seiner Freundin Cammie, womit die üblichen Teenagerprobleme im pubertären Alter thematisiert werden. Zudem gilt es, Stärken in der Position eines Außenseiters herauszuarbeiten und der Spuk soll bei alledem auch nicht zu kurz kommen. Leider setzt Regisseur Ron Oliver, der seinerzeit auch Episoden für „Gänsehaut“ drehte, zu wenig auf Situationskomik, sondern auf teils übertriebenes Schauspiel, statt spannender Konfrontationen und überraschender Wendungen setzt er auf arg konstruierte Fügungen, während die Gruselatmosphäre im titelgebenden Geisterhaus nur bedingt zündet.

Eher wirkt das Treiben dort wie in einer Geisterbahn, als das präparierte Interieur mit künstlichen Ratten, einem Elchkopf mit glühenden Klüsen und einigen Spinnweben zuviel für die TV-Show arrangiert werden. Immerhin zündet der Seitenhieb auf Reality-TV, während es zum Finale ein wenig temporeicher zugeht, ein Gebilde aus Kristallen wahrlich anmutig in Szene gesetzt wird und der Zwischenlandung im „Sonstwohin“ etwas leicht Surreales mitschwingt.

Für die entsprechende Zielgruppe geht das Treiben zumindest in Ordnung, da latent Tempo im Spiel ist und die Gruseleinlagen nie zu düster daher kommen, wobei der Clown im Spiegel eventuell auch ältere Semester erschrecken könnte.
Unterm Strich wird solide performt, das Make-up arbeitet überdurchschnittlich sauber und der Score dudelt zweckdienlich und erinnert einige Male frappierend an Themen von „Harry Potter“. Fans von Stine machen nichts falsch, dürfen jedoch auch nicht den großen Wurf erwarten, denn für mehr als eine unbekümmert- lockere Unterhaltung ohne Anspruch langt es letztlich nicht.
Knapp
6 von 10

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