Einige Romane sind trotz allen Bemühens unverfilmbar und Bruce Willis spielt nicht nur in guten Filmen mit. Rein plakativ sind dies die Schlussfolgerungen, die man aus „Breakfast of Champions" ziehen kann. Kurt Vonnegut schrieb 1973 den gleichnamigen Roman und den rührte bis 1999 aus gutem Grund kein Filmschaffender an: Zu assoziativ, zu sehr in Science Fiction verwurzelt und zu schräg war sein Werk. Kein Wunder also, dass die Verfilmung einen beispiellosen Bauchklatscher im Box Office darstellte: Bei geschätzten 12 Mio. US-Dollar Produktionskosten spielte er in den USA nur insgesamt 175 000 Dollar (!) wieder ein.
Folgende Probleme treten dabei nahezu aufdringlich zutage, wobei man nachfolgende Agenda durchaus als Handbuch für junge Filmemacher mit dem Titel „Was man nicht tun soll" missverstehen könnte:
1.) Keine erkennbare Story
Regisseur Alan Rudolph („Tödliche Gedanken", 1991) gelingt es einfach nicht, in den über 100 Minuten Filmlaufzeit eine sinnvolle Story zu erzählen. Zwar werden Bruce Willis als suizidgefährdeter und am Leben zweifelnder prominenter Autoverkäufer Dwayne Hoover sowie Albert Finney als wirrer Romanautor Kilgore Trout ausführlich vorgestellt, doch entwickelt sich kein Erzählfluss. Irgendwie geht es um ein „Festival der schönen Künste" zu dem sich Kilgore aufmacht. Doch verliert sich jegliche Narration in belanglosem Geschwätz und hysterischer Überzeichnung des Geschehens vermittelt durch visuelle Stilmittel wie einer losgelösten Kamera oder cartoonähnlichen Effekten.
2.) Miese Darstellerleistungen
Nick Nolte blamiert sich als hysterischer, traumatisierter Autoverkäufer, der gerne Frauenklamotten trägt, bis auf die Knochen. Jegliche Figuren bleiben nur blasse Charaktere, die wie eine Reißbrettzeichnung wirken und dementsprechend ebenso ein Ausstrahlung besitzen wie ein weißes Blatt Papier. Bruce Willis agierte noch nie so glanzlos wie hier, obwohl ihm seine Rolle auch kaum Möglichkeiten zur Entfaltung einräumt. Glenne Headly („The Namesake", 2006) schlägt dabei als extrem chargierende, ständig nervtötend hysterisch redende Geliebte und Sekretärin dem Fass den Boden aus. Das Einzige, was noch ein bisschen Würde besitzt, ist Mark Ishams mitreißender Soundtrack.
3.) Comichafte Überzeichnungen
Nichts gegen visuelle Gags, wenn sie denn der Belustigung dienen. Doch in „Breakfast of Champions" bleibt der Einsatz von visueller CGI im Comic-Stil so unklar wie das Innenleben der Protagonisten. Er dient dem reinen Selbstzweck nur um einmal zu zeigen, was die Tricktechniker drauf haben. Das Ende um einen flüssigen Spiegel ist so kryptisch, dass man entweder die Literaturvorlage kennen muss, um es zu verstehen oder es schlicht als idiotische Idee abtut. Letzteres wird wohl bei Zuschauern häufiger der Fall sein. Und bei aller Hektik und Hysterie, die dem Zuschauer dieses zähen, überdrehten Films auch keine Pause gönnt, fragt man sich was das nun sein soll: eine problematische Familiengeschichte, ein esoterischer Selbstfindungstrip oder eine missglückte, trashige Farce einer Pseudo-Science-Fiction-Verfilmung. Wiederum dürfte der durchschnittliche Zuschauer letzteres wohl am ehesten verifizieren. Den Film als "Groteske" zu bezeichnen, wäre angesichts des Bruce Willis-Films "Pulp Fiction" Majestätsbeleidigung, obwohl man auch in "Breakfast of Champions" hin und wieder satirische oder ironische Spitzen auf durchgeknalltes Schriftstellertum oder Medienpräsenz zu erkennen vermag - wenn man sehr lange und gezielt danach sucht.
Fazit: Für mich ist es verwunderlich, warum im selben Jahr „Wild Wild West" nahezu sämtliche „Goldenen Himbeeren" für sich gewinnen konnte und „Breakfast of Champions" nicht einmal auf der Nominierungsliste auftrat. Für mich der schlechteste, anstrengendste und dümmlichste Film mit Bruce Willis. 100 Quälende Minuten in den Untiefen filmischen Nonsenses, der schlicht langweilig geraten ist.
Zwei Punkte für den Film und jeweils einen halben für einen bemühten Bruce Willis und Mark Ishams netten Soundtrack.