SyFy lässt mal wieder die Haie fliegen und weil ihnen irgendwann die Titel ausgehen, nimmt man einfach den Ort des Geschehens, wie hier das Ozarkgebirge, eine großflächige Hochebene so zwischen Illinois, Arkansas und Oklahoma. Da es dort auch zahlreiche Seen gibt, liegt die Existenz von Haien natürlich mal wieder nahe.
Die Familie um Molly möchte an einem verlängerten Wochenende in einer Hütte am See ein wenig entspannen, doch beim ersten Ausflug aufs Wasser wird Oma von einem Hai verschluckt.
Mithilfe des kauzigen Angelladenbesitzers Jones, welcher eine kuriose Waffensammlung besitzt, will man den Viechern Einhalt gebieten…
Regisseurin Misty Talley gab ihr Debüt bereits mit einem Haifilm, allerdings litt ihr „Zombie Shark“ unter mangelndem Witz und üblen Effekten. Der Nachfolger punktet in beiden Belangen schon eher, denn die billigen Computereffekte werden nicht allzu häufig bemüht und die eine oder andere Situationskomik ist durchaus vorzufinden, wobei die Zankereien zwischen einem Tollpatsch und dem Waffennarr zu den Höhepunkten zählen.
Ohnehin geht es frühzeitig mit flottem Tempo zur Sache, da die ersten Opfer nicht lange auf sich warten lassen, die halbwegs sympathische Familie im Eiltempo eingeführt wird und kurz darauf bereits Gegenwehrmaßnahmen eingeläutet werden, während parallel ablaufende Handlungsstränge für Abwechslung sorgen.
Die Haie selbst sehen insofern passabel aus, als dass viele Ansichten aus älteren Archivaufnahmen stammen, welche ein paar Bildstörungen aufweisen, während parallel dazu Plastikflossen über den See kreisen und okay gestaltet sind. Das Editing arbeitet effektiv und lediglich ein, zwei Computerhaie trüben die Inszenierung ein wenig. Etwas Blut fließt zwar auch, doch über abgetrennte oder abgebissene Körperteile wie Arm, Fingerkuppen oder Bein kommt der Gewaltfaktor nicht hinaus.
So wird mal wieder kaum hinterfragt, wie Haie in einen See gelangen, Blut auf einem freizügig verpackten Dekolleté macht sich auch gut, von rund 30 Feriengästen am und im Wasser bemerkt niemand eine kreisende Flosse und am Ende kann jemand ein Feuerzeug vom Ufer bis zu einer Plattform im See werfen, welches gar mit einer Hand gefangen wird, - aus einer Entfernung von rund zwanzig Metern. Überraschend gestaltet sich indes ein Abgang, der nur indirekt etwas mit den angriffslustigen Biestern zu tun hat.
Wer den gängigen Trashwerken von SyFy etwas abgewinnen kann, findet hier überdurchschnittlich unterhaltsame Kost, die mit Witz und Tempo überzeugt und mit weitgehend sympathischen und einigermaßen markanten Figuren aufwartet. Die Haie sind halbwegs passabel in die Szenerie eingebaut und es sind sogar einige spannende Momente zu verzeichnen, da das Timing passt und Misty Talley aus den Fehlern ihres Debüts gelernt hat.
Ein angenehm kurzweiliges Ding.
6 von 10